
"Run for help" der Orientierungsstufe Gesseler Straße
Syke. Neele kommt vorbeigelaufen. "Na Neele, wieviel Runden hast du denn schon", ruft Lehrerin Cornelia Hipler der Schülerin zu. "Drei", kommt die Antwort kurz zurück. Keine Zeit, um Fragen zu beantworten. "Aber ich will noch `ne vierte." Und schon ist Neele wieder im Wald verschwunden.
Gestern Vormittag am Syker Waldstadion. Hochbetrieb: Kinder, Lehrer, Eltern - alles wuselt durcheinander. Doch die emsige Betriebsamkeit hat System. "Run for help" nennt sich die Aktion, mit der die Orientierungsstufe der Gesseler Straße das Schuljahr auslaufen lässt: Die Kinder laufen eine 2,5 Kilometer lange Runde durch den Wald und haben sich dafür im Vorfeld Sponsoren besorgt, die jeden ihrer gelaufenen Kilometer mit einer bestimmten Summe unterstützen.
"Wir hatten von dieser Art Lauf gehört und wollten das auch mal machen", erzählt Lehrerin Cornelia Hipler, hauptverantwortliche Organisatorin, die die Aktion mit einer Arbeitsgruppe vorbereitet hat. Wobei sie auf tatkräftige Unterstützung von vielen Seiten bauen konnte: Der TuS Syke stellte der Schule sein Gelände am Friedeholz zur Verfügung, das Deutsche Rote Kreuz sorgte für die notwendige Sicherheit, für Brötchen, Kuchen, Obst und Getränke fanden sich Sponsoren.
Fest stand für die Schule von Anfang an, dass der Erlös einer hiesigen Einrichtung zu Gute kommen sollte. Die Wahl der OS viel dabei auf das geplante Kinderhospiz "Löwenherz".
Und dass darf sich bei der Spendenübergabe am heutigen Mittwoch auf eine stattliche Summe freuen. "Wir haben Schüler dabei, die erlaufen ganz alleine 600 DM", erzählt Schulleiter Peter Thume vom Eifer seiner Schüler. Gut möglich, dass dabei der eine oder andere Sponsor (Eltern, Verwandte, Nachbarn, Firmen) im Nachhinein eine kleine Überraschung erlebt hat. Wenn dem Junior zum Beispiel zehn Mark pro Kilometer versprochen wurden und der dann nicht einfach nur einen Kilometer durch den Wald trabte, sondern sechs Runden absolvierte, machte das summa summarum am Ende 150 Mark.
Mit Feuereifer dabei
Aber nicht allein das Geld zählte bei dieser Aktion. "Die Kinder sind hochmotiviert dabei", freut sich Thume. Was aber nicht nur für die 200 Schülerinnen und Schüler galt. Auch die Lehrer und die rund 30 Eltern, die zur Unterstützung gekommen waren, waren mit Feuereifer dabei, sei es beim Brötchenschmieren, beim Schnibbeln von Apfel- und Bananenstücken, bei der Streckenkontrolle oder auch beim Mitlaufen. Apropos Mitlaufen: "Na Herr Thume, sind sie auch gelaufen?", fragt Felix seinen Schulleiter. "Klar" antwortete der und zeigt zum Beweis seinen Kontrollstempel am Unterarm. Groß Eindruck schinden kann er damit aber nicht. "Ist ja nur einer. Schauen Sie mal ..." ein deutlich stempelgefärbter Arm reckt sich Thume entgegen. "... ich hab´schon fünf."
