
Weser Kurier
Nur das Wetter spielte bei Löwenherz-Aktion nicht mitSyke - Um exakt 15.07 Uhr entlud sich die Spannung der rund 200 Wartenden in einem lang gezogenen "Oooch". Gerade hatte Joachim Billstein, Organisator der Heißluft-Ballon-Aktion zu Gunsten des Kinderhospiz "Löwenherz", die schlechte Nachricht verkündet. "Der Start wird nicht stattfinden."13 Ballone sollten gestern um 14 Uhr vom Rasen vor dem Hospiz in Syke starten. An Bord 32 Gewinner eines Wettbewerbs von Radio Bremen 1: Wer in den vergangenen Wochen Geld für "Löwenherz" spendete, nahm an einer Verlosung von 32 Startplätzen für eine Ballonfahrt teil. Zum Löwenherz-Gebäude pilgerten gestern aber weitaus mehr Besucher. Die Aussicht auf 13 Heißluft-Ballons, die auf einen Schlag in den strahlend blauen Himmel über Syke aufsteigen sollten, hatte etwa 200 Neugierige angelockt.Strahlend blauer Himmel? "Ich sage Ihnen ganz offen und ehrlich - wir könnten heute starten." Natürlich hatte Radio Bremen-Mann Joachim Billstein die vielen Blicke registriert, die im Moment seiner Absage verwundert gen Himmel gingen. Das Problem läge aber nicht am Wetter heute, erklärte der Ballonfahrer, sondern an der zu erwartenden feuchten Witterung der nächsten Tage. "Wir haben keine Möglichkeit, die Ballonhüllen zu trocknen."In der Nacht zum Sonnabend hatte es in Syke und Umgebung ausgiebig geregnet. Bei der Landung der Ballons hätten sich die erhitzten Hüllen auf den nassen Feldern und Wiesen regelrecht voll gesaugt. Ohne die Möglichkeit in den kommenden Tagen erneut zu starten und die Hüllen damit zu trocknen, wären sie in ihren Säcken verfault.Für die Gewinner der Gutscheine bedeutete dies umzudisponieren. Billstein überreichte ihnen einen Gutschein und stellte sie jeweils einem seiner zwölf Ballonfahrer-Kollegen vor. Mit denen konnten dann individuelle Starttermine zu einem späteren Zeitpunkt ausgemacht werden.Für Barbara Frerker , Geschäftsführerin des Vereins "Löwenherz", tat der verhinderte Start der Freunde über die Idee der Ballonfahrer ohnehin keinen Abbruch. "Das bleibt eine Supersache. Wir hatten eine tolle Resonanz." Und nicht zuletzt 8200 Euro, die die 527 Teilnehmer an der Aktion den Löwenherzen in die Kassen spülten."Na komm', dann gehen wir mal wieder", meinte ein Großvater zu seinem Enkel. "Immerhin hatten wir einen schönen Samstagnachmittag-Spaziergang." Und so gab's am Ende gestern bei Löwenherz auch ohne Ballonstart irgendwie dann doch lauter Gewinner.
