
Rotenburger Rundschau
Kirchenchor "Kreuzschnäbel" gibt Benefizkonzert für
Kinderhospiz Löwenherz
Scheeßel (ah). Der Duft von Kaffee und Kuchen weht durch das Foyer. Alles ist hell und freundlich. Warme, sonnige Farben verbreiten eine behagliche Atmosphäre. Indirektes Licht und eine Sonne, die in den Terrakotta-Fußboden eingefliest ist, wirken ebenfalls angenehm auf die Besucher.
Die Gäste sind die Mitglieder des Scheeßeler Kirchenchores Kreuzschnäbel. Der Chor gibt am 18. Februar, 20 Uhr, in der St.-Lucas-Kirche ein Benefizkonzert zugunsten des Kinderhospiz Löwenherz. Um den kleinen Patienten, deren Angehörigen und dem Personal einen abwechslungsreichen, musikalischen Nachmittag zu bereiten und einen Eindruck vom Hospiz zu bekommen, reisten die Scheeßeler nach Syke.
Für Familien ist die Betreuung eines todkranken Kindes eine große Belastung. Über Jahre müssen sie ständig verfügbar sein und funktionieren, auch nachts. Dies geht in Verbindung mit der Angst des drohenden Verlustes oft über die Kräfte. Für diese Familien ist "Löwenherz" ein Ort, an dem sie Liebe, Geborgenheit und Entlastung erfahren. Dafür sorgen Kinderkrankenschwestern und -pfleger, Pädagogen, Psychologen, Hauswirtschaftskräfte und Zivildienstleistende. Nichts soll hier an Krankenhausatmosphäre erinnern. Überall im Haus finden sich warme Farben: Kuschelecken, Maltische, Mobiles. Das Esszimmer heißt "Große Oase", die Spielzimmer "Räuberhöhle" und "Abenteuerland", der Whirlpool "Sternstundenbad".
Die Möglichkeit, 28 Tage pro Jahr das Hospiz in Anspruch zu nehmen, nutzt Edeltrud Stoffers mit ihrem Sohn Jan-Jakob. Der Vierjährige leidet seit seiner Geburt an der Hirnanomalie Lissencephalie. "Alle lebenswichtigen Funktionen sind sehr eingeschränkt", erklärt die 43-jährige Mutter. "Er kann weder gehen noch sprechen, hat ein eingeschränktes Sehvermögen und kann lediglich mit pürierten Lebensmitteln gefüttert werden. Das Schlimmste aber sind die Atemprobleme." Während Stoffers erzählt, röchelt der Junge ununterbrochen. Ursache dafür ist die in den Lungen angesammelte Flüssigkeit. Sie streichelt und tröstet ihren Sohn und führt fort: "Trotz ausreichender Therapien lassen sich Lungenentzündungen nicht verhindern", Sie weiß, Jan-Jakob wird an einer Lungenentzündung sterben.
Im Hospiz ist ein Pfleger für ein Kind, maximal für zwei Patienten, zuständig. Wie aber wird diese Arbeit ermöglicht? Die Betriebskosten werden nur zum Teil von Krankenkassen und der Pflegeversicherung gedeckt. Dieser Betrag stellt die medizinische und die pflegerische Versorgung sicher - reicht aber längst nicht aus, um die gesamten laufenden Kosten des Hauses zu decken. Zudem muss auch die Betreuung und Unterbringung der Eltern und Geschwister völlig über Spenden finanziert werden. Die Einrichtung ist damit auf die Solidarität und die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen.
Der Aufenthalt im Hospiz ist für Edeltrud Stoffers die Gelegenheit, Kraft zu tanken. Normalerweise bekommt sie nachts höchstens drei Stunden Schlaf, manchmal auch gar keinen. "Es tut gut, mit anderen Betroffenen ins Gespräch zu kommen, weil man Zuhause isoliert ist. Hier kann auch offen und intim über den Tod eines Kindes - sonst ein absolutes Tabuthema - gesprochen werden." Neben einem jungen Baum auf dem Hospizgelände liegen bunt bemalte Steine mit den Namen der Kinder, die gestorben sind.
Im Foyer der Einrichtung hängen selbst gebastelte Schmetterlinge. "Jedes Kind hat einen eigenen, den Eltern oder Mitarbeiter gebastelt haben", berichtet Pfleger Jörg Landscheid. "Stirbt ein Kind, wird sein Schmetterling für drei Tage auf den Erinnerungstisch gelegt, auf dem eine Kerze brennt. Dann befestigen wir den Schmetterling an einem Heliumballon und lassen ihn davon tragen", berichtet der 31-Jährige. Angehörige und Pfleger stehen dann hinter dem Ha
