
Weser Kurier / Syker Kurier, 22. Mai 2006
Kinderhospiz Löwenherz widmete kleinen Verstorbenen einen Gedenkhügel
Von unserer Mitarbeiterin Renate Schörken
SYKE. Es war eine sehr anrührende Zeremonie, mit der trauernde Eltern, Mitarbeiter und Freunde des Kinderhospiz Löwenherz einen Erinnerungshügel weihten, der verstorbenen Kindern gewidmet ist.
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In einer der knappen Regenpausen am Sonnabendnachmittag traf sich die kleine Gemeinde auf dem Hospizgelände am Waldrand, wo in den vergangenen Wochen ein spiralförmig angelegter, liebevoll bepflanzter Hügel entstanden war.
Eine Skulptur der Künstlerin Karin Rosenbaum versinnbildlicht die Arbeit im Kinderhospiz. Sie stellt eine Abschied nehmende Familie dar und erzählt vom Zulassen und Loslassen, von der Hoffnung auf einen Neuanfang, von Nähe und Distanz und dem gemeinsam getragenen Leid.
Trauer brauche Rituale. Und sprechende Orte, wenn die Worte fehlten, sagte Vorstandsmitglied Dorothea Bobzin. Ein solcher sprechender Ort soll der Erinnerungshügel sein. Hospiz-Leiterin Gaby Letzing beschrieb seine Entstehungsgeschichte: die Idee eines einladenden Platzes für die bunt bemalten Steine, die im Hospiz an jedes gestorbene Kind erinnern. Zuerst waren es papierne Schmetterlinge, die die Namen der gegangenen Kinder trugen. Aber diese Lösung erwies sich als nicht sehr glücklich. Schmetterlinge fielen auf den Boden, wurden beschmutzt. Nun steigen die Namen der Verstorbenen an Luftballonen in den Himmel auf, die bunten Steine mit Geburts- und Todesdatum aber bleiben zurück. Die Erinnerung an Julian, Cilla, Tobias oder Valentin hat einen stillen, schönen Platz gefunden. Der Hügel sei ein sehr geeigneter Ort, um den Kindern Ehre zu erweisen, sagte Gaby Letzing.
Zum leisen Gesang der Gruppe Tozali awa – wir sind hier – trugen trauernde Eltern die ihren Kindern gewidmeten Steine auf den Hügel und setzten sie sehr behutsam und noch einmal Abschied nehmend in die frische Erde. Eltern waren es auch, die die kleine Zeremonie gestalteten mit Versen über das Loslassen, Respekt, Liebe und Beistand, die den „Weg ans Ufer“ beschrieben. „Ich werde nicht mit dir hinübergehen, aber ich begleite dich an die Grenze.“
Der Erinnerungshügel am Waldrand ist ein Ort des Innehaltens, der stets offen steht für Besucher. Für ihre sehr engagierte Planung und Gestaltung erfuhr „Gartenfee Sabine“ am Sonnabendnachmittag viel Lob. Sie habe ein Sinnbild des Lebens geschaffen.
