Begleitung todkranker Kinder

Allgemeine Zeitung, Lüneburg, 21.12.2009

Die ersten zwei Hospiz-Mitarbeiter legen Spezialausbildung ab
Von Ute Bautsch-Ludolfs

Bad Bevensen-Medingen - „Hoffentlich werden wir nicht gebraucht“, das sagen Ulrike Ahrens und Cornelia Bettlevski ernst. Dabei wissen sie genau, wie wichtig es ist, dass Menschen wie sie der Familie eines todkranken Kindes zur Seite stehen und natürlich dem Kind, dessen Lebenserwartung begrenzt ist. Ulrike Ahrens, Gründungsmitglied im Hospizdienst im Landkreis Uelzen und aktive Begleiterin, und Cornelia Bettlewki, haben sich als Kinderhospizhelferinnen qualifiziert.

Binnen acht Monaten haben sie in Verbindung mit dem Kinderhospiz Löwenherz eine 100 Stunden umfassende Ausbildung absolviert, waren an vielen Wochenenden irgendwo in Niedersachsen unterwegs, um sich in der ambulanten Kinderhospizarbeit schulen zu lassen. „Kinder liegen mir besonders am Herzen“, nennt Ulrike Ahrens, Küsterin der Medinger Klosterkirche, ihr Motiv für die Ausbildung. „Manchmal war es nicht leicht, etwa als es um das eigene Sterben ging.“ Cornelia Bettlewski fügt an, dass insbesondere die Selbsterfahrung über Rollenspiele, Texte, Meditation, Filme, Kleingruppenarbeit oder Kommunikationstechniken wichtig waren.

„Aus unseren Reihen sind wir die beiden die Ersten, die den Befähigungskurs für ambulante Kinderhospizarbeit absolviert haben“, freut sich der Vorsitzende des Hospizdienstes, Johann Henrich Vietor. Jede Familie, in der ein krankes Kind mit einer begrenzten Lebenserwartung lebt, kann dieses Angebot kostenlos in Anspruch nehmen (Näheres unter Telefon 05821 – 96 76 79).

„ Die Begleiterinnen haben Zeit, sind sorgfältig geschult, vernetzt und treffen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch. Medizinische und pflegerische Arbeiten gehören nicht zu den Aufgaben, aber Betreuung und Beistand, um so den Kindern in ihrer Endphase möglichst ein Leben zu Hause im Kreise der Familie zu ermöglichen. „ Gerade für die Geschwisterkinder ist es wichtig, dass da jemand ist“, weiß Ulrike Ahrens, „das entlastet auch die Mutter. Es ist klar, dass eine solche Betreuung auch über Jahre dauern kann. Wir sind da, wenn wir gebraucht werden.“

„In unserem Befähigungskursus erhalten die Teilnehmer Informationen über Krankheitsbilder und die Auswirkungen von Dauerbelastungen in den Familien“, erklären Elisabeth Lohbreier  und Yvonne Hanf, Ansprechpartnerinnen und Koordinatorinnen aus Bremen. „Auf die Schulung der Wahrnehmung, einfühlsames Zuhören und Gesprächsführung legen wir großen Wert.“