Solidarität mit todkranken Kindern und ihren Familien

Quelle: Evangelischer Pressedienst, 06.02.2009

Vierter "Tagder Kinderhospizarbeit" am Dienstag

Düsseldorf/ Syke (epd). Mit Aktionen in zahlreichen Städten wird am Dienstag zum vierten Mal der bundesweite "Tag der Kinderhospizarbeit" begangen. Er soll auf die Situation tödlich erkrankter Kinder und ihrer Familien aufmerksam machen und Themen rund um Tod und Sterben in eine breite Öffentlichkeit tragen. Die zentrale Veranstaltung mit zahlreichen Prominenten findet in diesem Jahr in Düsseldorf statt. Unter den Kinderhospizen, die zu Vorträgen und zur Besichtigung ihrer Häuser einladen ist auch das Kinderhospiz "Löwenherz" in Syke bei Bremen.

Von bis 15 und 18 könnten Besucher das einzige Kinderhospiz in Niedersachsen und Bremen besichtigen, sagte Pressesprecher Heiner Brock am Freitag. "So können sie sich einen persönlichen Eindruck von der Atmosphäre und der Arbeit mit den unheilbar kranken Kindern und ihren Familien verschaffen." Ziel dieses Tages sei es, die Kinderhospizarbeit bekannter zu machen. Menschen sollten motiviert werden, sich mit den erkrankten Kindern, deren Geschwistern und Eltern zu solidarisieren, betonte Brock. Als Zeichen der Verbundenheit mit den betroffenen Familien würden grüne Bänder der Hoffnung verteilt.

Das 2003 gegründete "Löwenherz" verfügt über acht Plätze für unheilbar kranke Kinder und ihre Familien. Die Patienten kommen nicht in erster Linie zum Sterben ins Kinderhospiz, sondern um gemeinsam mit ihren Familien einen Urlaub zu verbringen. Die Eltern werden vom oft anstrengenden Alltag der Pflege entlastet. Die Geschwister bekommen eine eigene Betreuung. Die laufenden Kosten von gut einer Million Euro jährlich werden etwa zur Hälfte durch Spenden finanziert.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Aktionstages stehen nach Angaben des Deutschen Kinderhospizvereins mit Sitz im sauerländischen Olpe die schwer kranken Jugendlichen. "Ihre Bedürfnisse müssen wir stärker sehen und umsetzen", sagte Vorstandsmitglied Margret Hartkopf dem epd. Junge Menschen bräuchten eine "gesprächsintensive" Begleitung, die ihnen viel Eigenständigkeit zugestehe. Hartkopf lobte das neu eröffnete Jugendhospiz der Gemeinschaft der Franziskanerinnen in Olpe als einen ersten Schritt in diese Richtung. "Auch in der ambulanten Arbeit müssen wir uns stärker an den Bedürfnissen der Jugendlichen orientieren", sagte sie.

Der Deutsche Kinderhospizverein wurde am 10. Februar 1990 von betroffenen Familien gegründet. Sie schlossen sich zusammen, um das Thema schwerstkranke und sterbende Kinder aus einem Tabubereich herauszuholen. Dieser Tag gilt als Beginn der Kinderhospizarbeit in Deutschland. Das erste Kinderhospiz wurde 1998 in Olpe eröffnet. Inzwischen gibt es bundesweit acht stationäre Kinderhospize. Jede Einrichtung begleitet jährlich rund 200 Familien mit unheilbar kranken Kindern. Daneben existieren laut Hartkopf noch 62 ambulante Dienste, die überwiegend von ehrenamtlichen Mitarbeitern getragen werden. (6127/6.2.09)