Bremer Schützengilde feierte

Susanne Claus, Kinderhospiz Löwenherz, nimmt Scheck vom Rechnungsführer der Schützengilde, Carsten Specketer, und der Spendenorganisatorin Hilde Feldmann entgegen.

Quelle: Weser Kurier, 21.09.2009

Drei Salutschüsse zu Beginn des Wettbewerbs

Von Olaf Kowalzik

Gröpelingen. Rumms! Der Knall war weithin zu hören, die Erde bebte. Für gut eine Minute hielt sich eine große, weiße Rauchwolke hartnäckig vor der Mündung und zog danach langsam in Richtung Bromberger Straße ab.

Mit einem echten Knalleffekt hatte das 105. Schützenfest der Bremer Schützengilde (BSG) begonnen. Mit drei donnernden Salutschüssen, um genau zu sein.

Ausgespuckt von der neuesten Errungenschaft des Traditionsvereins aus dem Bremer Westen, einem originalen Nachbau einer napoleonischen Kriegskanone, die auf dem Vereinsgelände eingeweiht wurde.

Drei Mal wurde die Kanone gestopft

Dreimal stopften die beiden BSG-Vereinsmitglieder Carsten Specketer und Thomas Pahl 125 Gramm Schwarzpulver, verdämmt mit Kork, in das 54 Millimeter kalibrige, schwarz glänzende Ungetüm und betätigten den Zünder. Dann konnte der eigentliche Teil des Schützenfestes beginnen.

Los ging's am Freitag mit dem Gästeschießen für einen guten Zweck, an dem acht Mannschaften à drei Teilnehmer und 50 Einzelschützen für eine gute Teil-nahme sorgten.

Bei der Luftpistole war am Ende das Schützengilde-Mitglied Rudi Tjarks mit 46 Ringen am erfolgreichsten, was ihm 20 Euro Preisgeld einbrachte. Den Preis im Luftgewehrschießen räumte dagegen Wolfgang Klüwer mit 50 Ringen aus Borgfeld ab.

Sportliche Wettbewerbe zugunsten der Kinder

Die echten Gewinner waren allerdings ganz andere und nicht vor Ort: Das Kinderhospiz Löwenherz. Mit großem Engagement hatte das Vereinsmitglied Hilde Feldmann den sportlichen Wettkampf zu Gunsten der Kinder organisiert, verschiedene Vereine sowie mögliche Spender angesprochen und an den drei Schützenfesttagen auch noch die Spendenbüchse herumgehen lassen.

Das Motto "Schützen spenden für Kinder" brachte schließlich um die 900 Euro, von der Schützengilde noch einmal großzügig auf 1000 Euro aufgerundet, ein, die sie der strahlenden Koordinatorin Susanne Claus vom Kinderhospiz Löwenherz übergab.

Nicola Lietz schoss den Vogel ab

Zurück zum sportlichen Teil der Veranstaltung. Kaum in den Verein eingetreten, schon die neue Lorbeerkönigin: Beim Königsschießen schoss Nicola Lietz, die Frau des ersten Vorsitzenden Markus, im wahrsten Sinne des Wortes den Vogel ab.

Ihr erster Mitgliedstag in der Schützengilde endete mit dem völlig überraschenden Einzug ins Königshaus, dem nun kurioserweise auch ihr Mann als neuer Schützenkönig angehört. Er hatte mit seinem Volltreffer den amtierenden König Jürgen Wasilewski abgelöst.

Ganz in familiärer Hand blieb das Könighaus aber nicht, da sich Julia Scholz beim Luftgewehr mit 94 von 100 möglichen Ringen den Titel der Vizekönigin holte.