

Quelle: Weser Kurier, 04.09.2009
Von Jörn Dirk Zweibrock
Syke. Das Schulungs- und Vereinsgebäude für das Kinderhospiz Löwenherz namens „Treffpunkt Löwenherz“ wird gerade an der Plackenstraße 19 errichtet. Gestern fand dort die feierliche Grundsteinlegung für den 1,5 Millionen teuren Neubau statt, der vom Verein Kinderhospiz Löwenherz finanziert wird.
Wie es sich gehört, ließen Löwenherz-Geschäftsführerin Barbara Frerker und Vereinsvize Dorothea Bobzin mit Hilfe von Polier Christian Müller ein prall gefülltes Kupferröhrchen ins Mauerwerk ein. Darin enthalten: Bauvorhaben, Vereinschronik, Hartgeld, Weizensamen und natürlich auch der SYKER KURIER als Tageszeitung. Warum aber Weizensamen?
Als Symbol für die Arbeit, die der Verein Kinderhospiz Löwenherz in den vergangenen Jahren ehrenamtlich geleistet habe. Das Samenkörnchen sei schließlich aufgegangen, erklärte Diakonin Dorothea Bobzin und sprach während der Grundsteinlegung ihren Segen aus. Sollte die Nachwelt also einmal auf archäologischen Spuren wandeln, wird sie ihre helle Freude an diesen Beigaben in der Ecke des Fundaments vom „Treffpunkt Löwenherz“ haben.
„Ein neues Herz schlägt im Herzen von Syke“, brachte es Verwaltungschef Harald Behrens auf den Punkt und dankte den „Powerfrauen“ Barbara Frerker, Gaby Letzing (Vereinsvorsitzende), Dorothea Bobzin sowie den vielen Ehrenamtlichen für ihr Engagement. Ja, mit dem neuen Haus an der Plackenstraße geht für die Löwenherzen ein Herzenswunsch in Erfüllung: „Im ,Treffpunkt Löwenherz’ haben wir endlich mehr Platz für unsere Seminare und für die Ehrenamtlichen“, freute sich Barbara Frerker über den Neubau in der Syker Innenstadt.
Das Schulungs- und Vereinsgebäude soll für Interessierte und Betroffene offen sein und zugleich Platz für die Büroräume haben. „Das Erdgeschoss hat eine Fläche von 300 Quadratmetern, im Ober- und im Dachgeschoss stehen insgesamt 227 Quadratmeter zur Verfügung“, erklärte der Syker Architekt Günther Glüsenkamp.
Im Erdgeschoss würden Tagungs- und Schulungsräume für Elterngruppen, ehrenamtliche Mitarbeiter sowie Besprechungsräume eingerichtet. Und, ganz wichtig, dort entstehe auch ein Löwenherz-Laden, in dem die Basargruppe ihre gespendeten Bücher, Spiele und andere Artikel verkaufen könne. Ein Stockwerk höher befänden sich die Büroräume für die Verwaltung. Die Vernetzungsarbeit mit den Hospizdiensten in Niedersachsen werde in dem Gebäude ebenfalls Platz haben.
Glüsenkamp, der kreative Kopf vom Treffpunkt Löwenherz, ließ in einem Architekturwettbewerb fünf weitere Bewerber hinter sich. Bei seinem Entwurf hielt er sich an den Leitsatz des Kinderhospizes: „Wir sind da, wir tragen mit – im Leben und im Sterben“. Und dementsprechend solle das Gebäude Präsenz und Stärke, Vertrauen und Mitgefühl, Veränderung sowie zugleich Abschied und Neuanfang ausstrahlen. Der Bau passe sich mit seinem Äußeren harmonisch in die Nachbarschaft ein. Er erhalte eine Fassade aus roten Klinkersteinen, so der Architekt.
„Wenn alles glatt läuft, können wir im November Richtfest feiern“, sagte Barbara Frerker. Der Umzug des Vereins in das neue Gebäude an der Plackenstraße 19 ist für Sommer nächsten Jahres geplant.
