Viel Bewegung für guten Zweck

Den Scheck nahm Heike Westphal von (von links) Olaf Coordes, dem stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden Ewald Haubold, Volker Burmann sowie Dr. Thomas Burgdorff, Leiter des KKU-Kommunikationszentrums, entgegen. BILD: Ulrich Schlüter

Quelle: NWZ Online, 22.Juli 2010

Eon Aktion „Mit dem Rad in die Natur“ – Spende von 1120 Euro an „Fussel“

Es gab 112 Teilnehmer. Die Mitarbeiter legten mit ihren Fahrrädern insgesamt 20000 Kilometer zurück.

von Ulrich Schlüter

Kleinensiel - Neun Familien in der Wesermarsch, in denen Kinder erkrankt sind, werden zurzeit von Mitgliedern des Vereins „Fussel – Hilfe für krebskranke Kinder“ betreut. Um den Betroffenen helfen zu können, ist „Fussel“ auf Spenden angewiesen. Einen Scheck über 1120 Euro erhielt die Kassenwartin Heike Westphal jetzt im Kommunikationszentrum des Kernkraftwerks Unterweser in Kleinensiel überreicht.´

Mitmachaktion des ADFC
Das Geld stammt aus einer Aktion der Eon Kernkraft, die der Lagerist Volker Burmann gemeinsam mit dem Betriebsrat vor vier Jahren angeschoben hat. „Mit dem Rad zur Arbeit“ ist eine bundesweite Mitmachaktion des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs und einer Krankenkasse. Das Motto in Kleinensiel lautete diesmal „Mit dem Rad in die Natur“. 112 von rund 350 Mitarbeitern nahmen daran teil. „Die Beteiligung war noch nie so groß“, freute sich dann auch Volker Burmann über die große Resonanz. Er war zuvor im Kernkraftwerk Stade beschäftigt und hatte die Idee vor vier Jahren mitgebracht.

Den Titel der Kleinensieler Aktion hatten die Organisatoren mit Bedacht gewählt. Denn es wurden diesmal nicht nur die Fahrten der Mitarbeiter zum Arbeitsplatz gewertet. Auch wer in seiner Freizeit mit dem Rad unterwegs war, strampelte für seine Gesundheit und noch dazu für einen guten Zweck. Die zurückgelegten Kilometer wurden mittels Tachometer, die an die Teilnehmer verteilt worden waren, gezählt. Nach acht Wochen standen die Sieger mit den am weitesten zurückgelegten Entfernungen fest. Insgesamt 20?000 Kilometer kamen zusammen.

Die Fahrrad-Aktion hatte die Betriebsleitung zum Anlass genommen, zehn Euro pro Teilnehmer für die Kinderkrebshilfe „Fussel“ zu spenden und somit die gute Idee mit einer sozialen Komponente zu verbinden. Es sei auch ein Anliegen der Konzernleitung, die Belegschaft fit zu halten, merkte der kaufmännische Leiter Olaf Coordes bei der Scheckübergabe an. Zum einen sei es ein Beitrag für Umwelt- und Klimaschutz, wenn möglichst viele Arbeitnehmer mit dem Rad zur Arbeit kommen. Zum anderen tue jeder auf dieses Weise etwas für sich selbst, merkte Volker Burmann an.

Spenden sind rückläufig
Nach Auskunft von Heike Westphal ist die Spendenbereitschaft seit 2009 ein wenig rückläufig. Es seien hauptsächlich Privatpersonen, die „Fussel“ unterstützten. Der Verein mit seinen 74 Mitgliedern, der im kommenden Jahr seit 20 Jahren besteht, richte sein Augenmerk auf Familien in der Wesermarsch. „Fussel“ leiste beispielsweise eine Anschubfinanzierung, wenn eine Krankenkasse einen orthopädischen Schuh oder ein spezielles Telefon nicht finanziere. Einmal im Jahr lädt der Verein auch Kinder, die eine akute Behandlung hinter sich haben, und deren Eltern zu einer Erholungswoche nach Butjadingen ein. Die Oldenburger Kinderklinik, die Nachsorgeklinik auf Sylt sowie das Kinderhospiz Löwenherz in Bremen würden unterstützt.

Beim Stadtfest in Nordenham und der Kutterregatta in Fedderwardersiel seien die Mitglieder mit einem Stand präsent und würden selbst gebastelte Sachen verkaufen. Dabei komme zwar nicht viel Geld zusammen, doch der Verein mache so auf sich aufmerksam.