
Quelle: Wittlager Kreisblatt , 23.Juli 2010
kem Bad Essen.
„Es ist mir wichtig zu vermitteln, dass uns die Bibel näher ist, als wir glauben“, sagt Regina Püschel, die neun Jahre in der St.-Marien-Gemeinde Bad Essen und im Pfarrverbund Bad Essen-Ostercappeln-Schwagstorf als Pastoralreferentin tätig war und inzwischen in der Krankenhaus- und Hospizseelsorge im Hümmling-Krankenhaus in Sögel arbeitet.
Die Verbindungen nach Bad Essen sind seitdem keineswegs abgerissen. Viele persönliche Kontakte bestehen weiter, auch über ihre Kinder. Die Diplomtheologin greift gern zur Feder, verfasst Sonntagsbetrachtungen für Zeitungen, schreibt Predigten und Ansprachen zu den unterschiedlichsten Themen. Sie fügt hinzu: „Es macht Spaß, Texte zu sammeln, die man nur einmal verwenden kann.“ Irgendwie ist das zu schade. Daraus entstand die Überlegung, dass auch andere, die sich für Texte mit einem Bezug auf die Bibel interessierten, davon profitieren könnten.
So weit, so gut. Aber es galt noch die Frage zu klären, wie das in die Tat umgesetzt werden konnte. Regina Püschel, die bereits eine Textesammlung erstellt hatte, streckte ihre Fühler aus. Sie fragte in der Dombuchhandlung Osnabrück an, ob ihr neues Werk druckbar wäre oder ob man ihr einen Verlag nennen könnte.
Parallel surfte sie im Internet, stieß auf den Novum Verlag für Neuautoren. Sie schickte mutig eine Mail, bekam Antwort und wurde um eine Leseprobe gebeten. Der Anfang war gemacht. Und es ging weiter. Der Verlag teilte mit: „Die Redaktionskonferenz sagt, dass wir das Buch aufnehmen wollen, obwohl ansonsten bei uns kaum religiöse Bücher verlegt werden – sondern meist Erinnerungen.“
Seit geraumer Zeit ist das Buch nun gedruckt. Es hat den Titel „Gottes Wort in dieser Zeit“ mit dem Untertitel „Biblisches Lesebuch“. Die Autorin hat einen Zehn-Jahres-Vertrag geschlossen. Während dieser Zeit, so Regina Püschel, garantiert der Verlag, das Buch lieferbar zu halten. Sie kann das Buch selbst vertreiben und muss einen Eigenanteil zu den Herstellungskosten leisten. Die Auflage liegt bei 3000 Exemplaren. Der Erlös, so die frühere Bad Essenerin, ist für den guten Zweck bestimmt – dreigeteilt. Das sind das Kinderhospiz Löwenherz in Syke, ein Hilfsfonds Mütter in Not und ein Waisenhaus in Kamerun.
Besonderen Reiz hat die Zusammenarbeit mit einem österreichischen Verlag, so Regina Püschel, da ihre Großeltern väterlicherseits ursprünglich aus Österreich stammen.
Das „Biblische Lesebuch“ ist so gestaltet, dass es nicht fortlaufend gelesen werden muss. Es ist (soweit möglich) nach Bibelstellen, auf die Bezug genommen wird, geordnet. Das hilft, wenn ein Leser wissen will, ob zu einem bestimmten Thema etwas enthalten ist.
In einer Ankündigung heißt es: „Regina Püschel gibt dem Leser mit ihren Predigten viel mit auf den Weg. Nicht nur Besinnliches, Christliches, sondern auch durchaus Heiter-Menschliches, Bewegendes. Und sie berührt mit Worten, und das durchaus nicht nur auf den spontanen Augenblick bezogen. Etwas, das tiefer geht, hallt nach – und lässt über die Zusammenhänge zwischen Irdischem und Religiösem, zwischen Mensch und Gott, zwischen dem ‚Du‘ und dem ‚Ich‘ reflektieren.“
Regina Püschel sagt: „Es haben ganz viele Dinge mit der Bibel zu tun, auch wenn der Begriff Bibel nicht davorsteht.“ Sie fügt hinzu: „Der Bibel ist nichts Menschliches fremd – auch im Alten Testament.“ Dazu gehört der Bezug zu ihrer aktuellen Tätigkeit in der Krankenhausseelsorge. „Wer ein schweres Schicksal zu tragen hat, darf auch sauer darüber sein. Das sahen die Psalmisten der Bibel genauso.“
Und wichtig ist der katholischen Theologin darüber hinaus, dass Krankheit Menschen betrifft, nicht Angehörige einer bestimmten Konfession. Das bestimmt ihre Arbeit im Krankenhaus und den Umgang mit den Patienten.
