„Gut für die Seele und das Wohlbefinden“

Internationaler Tag des Ehrenamts: Eine Löwenherz-Ehrenamtliche berichtet

„Grundsätzlich ist es gut für die Seele und das Wohlbefinden!“ Ohne zu zögern antwortet Uschi Schultz auf die Frage, was das Ehrenamt für sie bedeutet. Denn ehrenamtliches Engagement bedeutet nicht nur, anderen zu helfen, sondern ist auch für die eigene Persönlichkeit und deren Entwicklung ein wesentlicher Faktor. Die 71-Jährige aus dem Bassumer Ortsteil Bramstedt hat sich vor elf Jahren entschlossen, das Kinderhospiz Löwenherz zu unterstützen – und blickt anlässlich des Internationalen Tags des Ehrenamts am 5. Dezember zurück.

Die Entscheidung, Löwenherz mit ihrer Zeit und ihrem Einsatz zu unterstützen, hat Uschi Schultz in all den Jahren nie bereut. Ein- bis zweimal pro Woche ist sie im Vereinsbüro an der Plackenstraße im Einsatz, dazu kommen je nach Bedarf Spendenübergaben oder die Betreuung von Infoständen. „Genau das habe ich mir gewünscht. Ich habe ganz viel Kontakt mit den haupt- und ehrenamtlichen Kollegen und weiß auch, was sonst so im Verein gerade passiert.“ Denn von einer Vollzeitstelle als Buchhalterin direkt in die Rente gehen, plötzlich nichts mehr zu tun haben, nicht mehr gebraucht zu werden, das konnte sich Uschi Schultz wirklich nicht vorstellen.

Aber warum ist sie ausgerechnet bei Löwenherz gelandet? „Ich hatte einen Bericht in der Presse gelesen und bin dann einfach zum Büro hingefahren, dass damals ja noch an der Hauptstraße war“, erinnert sie sich. Danach ging dann alles ziemlich schnell. Bettina Zander, heute als Bildungsreferentin an der Löwenherz-Akademie für Schulkooperationen zuständig, gab ihr alles, was man für das Ehrenamt bei Löwenherz wissen muss, mit auf den Weg. „Die vielen Informationen, die ich während der Schulung bekommen habe, haben mich beeindruckt. Gerade vor dem Hintergrund, dass ich keine betroffene Mutter mit einem unheilbar erkrankten Kind bin.“

So hatte die Bramstedterin zunächst Zweifel, ob der Kontakt mit den Kindern überhaupt etwas für sie ist: „Das habe ich eigentlich ausgeschlossen, ebenso wie öffentliche Vorträge zu halten.“ Öffentliche Vorträge hält sie übrigens auch heute noch nicht. Den Kontakt zu den erkrankten Kindern und deren Familien schätzt Uschi Schultz dagegen schon längst als wertvolle Bereicherung in ihrem Leben. „Je mehr ich die positive Atmosphäre, diese ganz spezielle Löwenherz-Ausstrahlung im Kinder- und Jugendhospiz aufgesogen habe, desto weniger Berührungsängste hatte ich.“ Die oft gehörte Äußerung „Also, das könnte ich ja nicht“ könne sie längst durch Aufklärung kontern. „Ganz viele Menschen kennen den Unterschied zwischen einem Hospiz und einem Kinderhospiz nicht. Aber da nehme ich mir gerne die Zeit, um darüber zu informieren. Natürlich gibt es auch Fälle, die mir und allen anderen sehr zu Herzen gehen. Aber dann gibt es eben auch die vielen schönen und glücklichen Momente bei Kindern, Geschwistern und Eltern im Rahmen der Entlastungspflege und Betreuung, die mich sehr glücklich machen.“

Spenden Mail