Heiner Brock hat die Leitung der Pressestelle zum Jahresende abgeben.

Stratege mit Weitblick

Pressesprecher geht nach 20 Jahren in den Ruhestand

Am liebsten würde er sich geräuschlos und unspektakulär verabschieden, denn er hält sich gerne im Hintergrund, hinter seiner Kamera als stiller Beobachter und guter Zuhörer. Ende des Jahres hat der Pressechef Heiner Brock die Kommunikationszentrale von Löwenherz verlassen und ist im Ruhestand. „Es lohnt sich, sich für gute Projekte einzusetzen und für eine Sache zu brennen“, zieht Heiner Brock nach 20 Jahren Resümee. „Unterstützer spüren einfach, ob man es ernst meint.“ Und das hat er immer: Heiner Brock gehört zu den Journalisten, die ihren Beruf mit Leib und Seele ausüben.

„Heiner hatte von Anfang an immer einen sehr guten Blick für das Projekt“, erinnert sich Initiatorin Gaby Letzing. „Ich konnte mich immer auf sein Gefühl und seine Einschätzung verlassen.“ Sie beschreibt ihn als Strategen und Analytiker, der die Szene beobachtet und immer in Gedanken schon vier, fünf Schritte voraus ist. „Seine große Begeisterungsfähigkeit, Sturheit – und auch die außergewöhnliche Kreativität haben Löwenherz mit geprägt“, erzählt sie. Selbst in schwierigen Situationen behielt der ehemalige leitende Redakteur der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und Fernsehmann  immer kühlen Kopf. Als der Initiator von „Ein großes Herz für kleine (Löwen)-Herzen“ die 128 Prominenten-Bilder für sich beanspruchen wollte, ließ er sich nicht beirren und zog alle Register, um an die Bilder zu kommen.

„Ich wollte immer die Leute gewinnen, dass sie aus Lust bei Löwenherz mitmachen“, erläutert Heiner Brock seine Motivation. „Eine positive Grundstimmung war und ist mir wichtig sowie die Vernetzung mit Menschen, Medien und Politik. Es war schon eine Herausforderung zu Beginn die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit aufzubauen. „Denn am Anfang waren Kinderhospize absolutes Neuland - auch für die Zeitungen, die sich mit dem Thema zunächst sehr schwer taten“, so der 65-Jährige. „Mitgefühl statt Mitleid war unser Motto.“

Er freue sich über die große Akzeptanz in der Bevölkerung für das Kinder- und Jugendhospiz. Es sei schon sehr bewegend gewesen, dass die Menschen in der Anfangszeit Geld, Baustoffe, Einrichtungsgegenstände und vieles gespendet haben, um den Bau des Kinderhospizes auf den Weg zu bringen. „Die Eröffnung vor 15 Jahren ist für mich ein sehr emotionaler Moment gewesen. Auch die Erweiterungen und der Neubau des Jugendhospizes zehn Jahre später waren sehr wichtige Projekte. Dass so ein mutiges Projekt zunächst ohne eine einzige Mark auf die Beine gestellt wurde, ist phänomenal.“ 

So ein Angebot gab es damals nicht. Eine Insel, eine Oase – wo unheilbar erkrankte Kinder und deren Familien sich eine Zeit von ihrem anstrengenden Leben erholen konnten. Heiner Brock fand es spannend, als einer der „Pioniere“ daran mitzuwirken ein Projekt zu realisieren, das Politiker und Krankenkassen zunächst als überflüssig abtaten. „Nicht zu vergessen die Skeptiker, die uns für verrückt erklärten, ein Kinderhospiz mit Spendengeldern bauen zu wollen und dann auch noch zu betreiben. Unmöglich, meinten viele“.   

So ganz lässt Heiner Brock Löwenherz aber nicht los. Als Kurator für die Stiftung und Berater für den Verein bleibt er uns in den kommenden Jahren noch verbunden. Doch für die restliche Zeit hat er schon viele Pläne: mehr reisen, mehr Sport, mehr fotografieren.

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