Fragen zum Aufenthalt

Ganz wichtig zu wissen ist, dass Kinder nicht erst in ein Kinderhospiz kommen dürfen, wenn sie unmittelbar im Sterben liegen, sondern auch schon weit vorher, sobald klar ist, dass sie unheilbar und lebensverkürzend erkrankt sind. Der Schritt ins Kinderhospiz bedeutet nicht, sein Kind aufzugeben, den Kampf gegen den unabwendbaren Tod des Kindes verloren zu geben. Es ist vielmehr eine Auszeit, in der alle neue Kräfte für die nachfolgende Zeit sammeln können. Urlaub vom Alltag und vielleicht auch ein bisschen von den Sorgen, mit denen man Tag für Tag zu kämpfen hat.

Im Löwenherz werden die kranken Kinder liebevoll und professionell betreut, so dass wir Eltern für die Zeit dort einfach mal loslassen können und uns – für eine gewisse Zeit – den alltäglichen Sorgen entziehen können. Als Eltern hat man dann Zeit, sich bewusst dem kranken Kind zuzuwenden oder den Geschwistern oder seinem Partner oder sich auch einfach mal zurückzuziehen. Im Löwenherz wird die ganze Familie umsorgt. Für die Geschwister stehen pädagogische Mitarbeiter zur Verfügung, die mit den Kindern spielen, Ausflüge organisieren und für sie da sind. Die Eltern können sich mit den Mitarbeitern und anderen Eltern austauschen.

Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass der Weg ins Kinderhospiz nicht immer leicht fällt und Mut erfordert, weil man meint, vorher Ängste überwinden oder sich eingestehen zu müssen, dass man nicht mehr kann. Tatsächlich ist es aber so, dass alle Eltern, die diesen Schritt getan haben, froh darüber waren. Denn im Löwenherz kann jeder selbst entscheiden, wie weit er sich dort mit dem Tod des eigenen Kindes auseinandersetzen kann und will. So hat jeder von uns seine ganz eigene Erfahrung mit dem Löwenherz gemacht – und das ist gut so. Uns gemeinsam verbindet alle die positive Erfahrung, im Kinderhospiz neue Kraft und neuen Mut zu schöpfen, sich wieder als Familie zu erleben und trotz aller Sorgen auch mal wieder ein Lachen auf den Lippen haben zu können.