Paten für die "Sternschnuppe"

"Löwenherzen" legen neues Konzept für Sponsoren vor /
Firmen fördern gezielt Räume

Die "Sternschnuppe" hat schon einen, das "Wolkennest" auch – lange, bevor die Räume mit diesen Namen im Kinderhospiz "Löwenherz" gebaut sind: Mit einem neuen Sponsorenkonzept möchte der Verein schon heute Spenden für die Zukunft sichern. Spenden für den Betrieb des Hauses in Syke, das für schwerstkranke, sterbende Kinder und ihre Familien gebaut wird. Mehr als einen offiziellen ersten Spatenstich hat es an der Siebenhäuser Straße in Syke noch nicht gegeben. Weil öffentliche Gelder in das Projekt fließen, gelten Regeln wie für öffentliche Bauprojekte – und das kostet Zeit (wir berichteten bereits). Nach dem aktuellen Zeitplan wollen die "Löwenherzen" Mitte bis Ende September mit dem Bau beginnen – und ihn wie geplant zu den Sommerferien 2003 beziehen. Gaby Letzing, Vorsitzende des Vereins und Geschäftsführerin der gemeinnützigen GmbH, eigens für das Haus gegründet: "Wir werden es schaffen, wenn der Winter mild ist und wir keine Baupause machen müssen." Gerade zu den Sommerferien brauchen Eltern von schwerstkranken und sterbenden Kindern Unterstützung damit sie sich in diese Zeit um gesunder Geschwisterkinder kümmern können. Schon jetzt bekommt der Verein Anfragen von Familien. Gaby Letzing: "Wir verweisen dann an das Kinderhospiz in Olpe." Das ist bisher die einige Einrichtung dieser Art in Deutschland. Baukosten für das Kinderhospiz "Löwenherz": 2,29 Millionen Euro. Fest steht schon jetzt, dass der Verein rund 500 000 Euro jährlich zum Betrieb beisteuern muss. Denn nur 50 Prozent der Kosten werden von den Krankenkassen refinanziert – und die Familienbegleitung läuft zu 100 Prozent über Spenden.
   
Deshalb hat "Löwenherz" das Sponsorenkonzept erarbeitet. Der Kern: Firmen und Unternehmen sponsern ganz gezielt einen Raum im Kinderhospiz. So fördert beispielsweise ein Unternehmen aus der Flugbranche als Sponsor die "Sternschnuppe". Ein Firmenvertreter war auf die "Löwenherzen" zugekommen, nachdem er einen Bericht über das Spendenkonzept gelesen hatte. Zweites Beispiel: Die "Dasa" hat für das "Wolkennest" die Einrichtung gesponsert. Für 17 Zimmer (Pflege., Spiel. Und Mehrzweckzimmer) suchen die "Löwenherzen" Paten. Beitrag: mindestens 850 Euro im Monat. Für wie lange? "Der Zeitraum sollte mindestens zwei Jahre umfassen", so Gaby Letzing. Die "Löwenherzen" hoffen auf die emotionale Bindung von Löwenherz an die Paten zum Projekt. "Es gibt auch eine Bindung von Löwenherz an die Paten", so die Vorsitzende. Firmenlogos sind natürlich Tabu, aber an der Namensgebung der Räume können die ersten Paten mitwirken. Von ihren Spenden werden Sach- und Personalkosten bezahlt. Darüber hinaus hoffen die "Löwenherzen" weiter auf die Unterstützung von Vereinen , Schulen und anderen Spendern mehr. Mittlerweile haben sie ihre gemeinnützige GmbH gegründet und eine Projektgesellschaft mit der Begleitung des Bauprojekts beauftragt. Weil betriebswirtschaftliche Fragen immer mehr Raum einnehmen, ist André Hohnstedt jetzt als Assistent der Geschäftsführung dabei: Der Betriebswirt war unter anderem Geschäftsführer der Kunsthalle in Bremen. Bei den "Löwenherzen" ist nun eine seiner Aufgaben das Einwerben von Spenden.