Starker Andrang bei Löwenherz-Besichtigung

Die Harke

Mehr als 200 Besucher nahmen das Angebot an

Syke - Das Interesse an der Arbeit des Kinderhospiz Löwenherz ist nach wie vor riesengroß. Etwa 200 Besucher kamen jetzt zur Besichtigung des Hauses, das im September vorigen Jahres eingeweiht worden war. Sie hatten sich für einen Besuch vormerken lassen und waren vor rund zwei Wochen zu diesem Termin eingeladen worden. Ursprünglich war für diesen Tag keine Belegung vorgesehen - das änderte sich allerdings kurzfristig. "Wir haben zur Zeit zwei schwerkranke Kinder und deren Familien zu Gast, so dass wir den Interessierten den Pflegebereich leider nicht zeigen konnten", sagte Geschäftsführerin Gaby Letzing und bat dafür um Verständnis.

Die Interessierten konnten sich auch so einen guten Einblick verschaffen: Die beiden Seitenflügel des Gebäudes mit Whirlpool, Snoezelraum, Abschiedsraum und die Familienzimmer waren zugänglich. Und wie es im Pflegebereich aussieht, konnten die Besucher in der "kleinen Oase" in einer "Diashow" sehen. Gaby Letzing: "Wir freuen uns sehr darüber, dass die Menschen so viel Interesse haben und wollen ihnen in der belegungsfreien Zeit auch weiterhin die Besichtigung der Räume ermöglichen." Genaue Termine gebe es aber bisher noch nicht - "vermutlich wieder im Mai".

In den ersten fünf Monaten des Betriebes kamen 30 schwerkranke Kinder mit ihren Familien zu Löwenherz, weitere 50 sind für die nächsten Monate angemeldet. Täglich kommen neue Anfragen von Eltern hinzu. Besonders in den Ferien sei der Andrang sehr groß, erläuterte die Geschäftsführerin. "In den Osterferien sind wir ausgebucht". Man sei erstaunt, wie schwierig es für Eltern manchmal sei, ins Kinderhospiz zu kommen. "Es fällt ihnen schwer zuzugeben, dass sie Hilfe brauchen. Manche verbinden mit einem Kinderhospiz die Angst, ihr Kind aufzugeben", so Gaby Letzing. In Telefonaten und persönlichen Gesprächen mit Eltern erkläre man, dass ein Kinderhospiz ein Wegbegleiter und ein Entlastungsangebot sei - und nicht erst am Ende des Lebens zur Verfügung stehe.

Die Kranken- und Pflegekassen zahlen nur einen Zuschuss an Löwenherz - die Hälfte der Kosten wird durch Spenden bezahlt. Dafür sind jährlich rund 400 000 Euro erforderlich. "Hospize sind die einzigen Einrichtungen im Sozialwesen, die sich zu einem großen Teil über Spenden finanzieren", erläutert Gaby Letzing. Andere Einrichtungen würden fast völlig über den Tagessatz durch die Kostenträger finanziert, Hospize erhalten nur einen Zuschuss. Für die Begleitung der Eltern und der Geschwister gebe es sowieso kein Geld.

Für den Verein sei es eine Herausforderung, diesen großen Betrag zusammenzukommen. Es sei verständlich, wenn viele Spender sehen wollen, was mit ihrem Geld geschehe. Daher werde es auch weiterhin in unregelmäßigen Abständen Besichtigungstermine geben. Das Vereinsbüro nimmt Anmeldungen gerne entgegen.