BENEFIZKONZERTE Oldie-Band "Fair-Play" übergibt Scheck

Nordwest-Zeitung

BENEFIZKONZERTE Oldie-Band "Fair-Play" übergibt Scheck
über 2100 Euro an das Kinderhospiz in Syke
Von Klaus Derke

WILDESHAUSEN / SYKE - Es sind Schicksalsschläge, die die ganz Familie erschüttern. Wenn die Ärzte feststellen, dass ein Kind an einer unheilbaren Krankheit leidet, ist plötzlich alles ganz anders. Die Pflege und Versorgung des schwerkranken Kindes steht dann oft über Monate und Jahre im Vordergrund. Das fordert die Eltern bis an den Rand der Erschöpfung. Geschwisterkinder kommen dabei oft zu kurz. Um betroffenen Familien zumindest ein wenig Entlastung zukommen zu lassen, hat im Oktober 2003 das Kinderhospiz Löwenherz in Syke seine Arbeit aufgenommen.

Das Kinderhospiz mit seinen acht Pflegeplätzen und dem separaten Wohnbereich mit ebenso vielen Zimmern für Eltern und Geschwister kann bis zu 150 Familien im Jahr aufnehmen, um ihnen für einige Tage oder Wochen Erholung vom anstrengenden Pflegealltag zu ermöglichen. Das schwerkranke Kind wird in familiärer Atmosphäre liebevoll und kompetent betreut. Mutter und/oder Vater sowie die Geschwister erfahren ebenfalls Betreuung.

Insgesamt 40 Voll- und Teilzeitkräfte kümmern sich um die Gäste im Kinderhospiz. Der Verein Kinderhospiz hat mittlerweile 930 Mitglieder, die mit einem Mindestbeitrag von 31 Euro im Jahr die Arbeit unterstützen. Darunter sind 150 aktive Mitglieder, die nicht nur vor Ort im Kinderhospiz mit anpacken, sondern auch unermüdlich die Werbetrommel rühren und Aktionen organisieren, um Spenden zu bekommen, wie Vorstandsmitglied Jens Hannekum berichtet.

Jens Hannekum und die Leiterin des Kinderhospizes, Gaby Letzing, freuten sich denn auch, als in diesen Tagen ein Scheck über 2100 Euro übergeben wurde. Der Erlös aus zwei Benefizkonzerten, die die Oldie-Band "Fair-Play" in Bassum und Großenkneten gegeben hatte. Robert Krause, Organisator des Konzertes in Bassum, sowie Helmut Ostendorf und Franz kl. Holthaus von der Band "Fair-Play" waren dazu nach Syke gefahren.

Die Hobbyband "Fair-Play" (Lohne/Wildeshausen) spielt seit mehr als 15 Jahren ausschließlich für den guten Zweck. Als Robert Krause die Band, die schon für viele wohltätige Zwecke im Einsatz war, auf das Kinderhospiz ansprach, war diese sofort bereit, auch dafür zu spielen. Franz kl. Holthaus und Helmut Ostendorf zeigten sich beim Rundgang tief beeindruckt von der Arbeit des Kinderhospizes.

Als "Dankeschön" für ihren Einsatz nahmen sie das Stofftier "Maximilian Löwenherz", das Maskottchen des Kinderhospizes, mit nach Hause. "Der kommt künftig mit auf die Bühne", so Franz kl. Holthaus.

Eine Aktion für das Kinderhospiz Löwenherz wird es am morgigen Sonnabend und am Sonntag auch auf dem Wildeshauser Weihnachtsmarkt geben. Eine Sozialassistentenklasse der Berufsbildenden Schulen (BBS) wird an beiden Tagen von 11 bis 21 Uhr Kekse, Waffeln, heiße Schokolade und weitere Sachen an einem Stand anbieten. Der Erlös ist für das Kinderhospiz Löwenherz bestimmt.

"Wir haben uns zum Erntedankfest mit dem Thema Dankbarkeit und mit Menschen befasst, denen es nicht so gut geht", erzählt Schülerin Swantje Behrens aus Simmerhausen. Und so sei man auch auf die schwerkranken Kinder und ihre Familien gekommen, die von "Löwenherz" betreut werden.

Löwenherz: Lebenswertes Leben für todkranke Kinder

Kinder ohne Aussicht auf Heilung sowie deren Eltern und Geschwister werden im Kinderhospiz Löwenherz in Syke aufgenommen. Dass Eltern und Geschwister mit betreut werden, ist das Besondere an dieser Einrichtung.

Seit Inbetriebnahme des Hauses im Oktober 2003 haben laut Leiterin Gaby Letzing bislang rund 80 Familien aus dem gesamten norddeutschen Raum und Nordrhein-Westfalen das Angebot genutzt, in dieser besonderen Atmosphäre einmal Abstand vom anstrengenden Pflegealltag zu bekommen.

"Danke für die sehr liebevolle Pflege. Danke, dass wir uns nach monatelanger Berg- und Talfahrt einfach fallen lassen und die Seele baumeln lassen konnten", schrieb eine Familie nach dem Aufenthalt im Kinderhospiz.

Die Betriebskosten des Kinderhospizes werden nur etwa zur Hälfte von den Kranken- und Pflegekassen übernommen. Der andere Teil der laufenden Kosten, rund 400 000 Euro im Jahr, muss durch Spenden finanziert werden, da die Kassen nicht die Betreuung und Unterbringung der Eltern und Geschwister bezahlen.