Drei Spatenstiche für die neue „Kraft-Oase“

Quelle: Kreiszeitung, 12.04.2012

Löwenherz feiert Baugenehmigung für Jugendhospiz / Eröffnung 2013 geplant

Syke - Von Katrin Pliszka. Die Erde knirscht, als die Spaten in den Boden sinken. Für einen Moment herrscht Stille. Dann heben der 17-jährige Dennis Schoolmann, Kinderhospiz-Leiterin Gaby Letzing und Staatssekretär Heiner Pott vom niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration die Schippen an. Erdbrocken fliegen zur Seite. Die zahlreichen Gäste quittieren den ersten Spatenstich für das neue Jugendhospiz Löwenherz in Syke mit ausgiebigem Applaus.

Dennis Schoolmann freut sich: Er war bereits häufiger Gast im Kinderhospiz. Wie Hospizleiterin Gaby Letzing gestern berichtete, hatte er zahlreiche Anregungen für sie und ihr Team, wie dieser Ort für die „Großen" aussehen könnte: Cool solle er werden, damit sich die Gäste im Alter von 14 bis 24 Jahren wohlfühlen. „Die quietschigen Farben des Kinderhospizes sind denen einfach zu kindlich", sagte die Leiterin. Im Neubau sind daher gedeckte Farben vorgesehen. Er soll acht Pflegezimmer, sechs Zimmer für Angehörige sowie ein Bewegungsbad umfassen. „Nur die schwarzen Wände, die Du dir gewünscht hattest, wird es so nicht geben", scherzte Letzing mit dem 17-Jährigen am Podium.

Die Baukosten für das Projekt betragen rund 3,9 Millionen Euro. 600 000 Euro davon kommen vom Land Niedersachsen, der Rest stammt aus Spenden. Letzing hofft, dass das Jugendhospiz im Herbst 2013 seine Pforten öffnen kann – rechtzeitig zum zehnjährigen Jubiläum des Kinderhospiz Löwenherz.

Der Bedarf sei groß, ergänzte Letzing. Rund 30 Prozent der Gäste im Kinderhospiz seien 14 Jahre oder älter. 2011 standen 40 Familien auf der Warteliste. Doch nun geht es los: Inzwischen sei auch die Baugenehmigung eingetroffen – „still und leise per Fax", sagte Letzing. „Wir Eltern freuen uns sehr auf diesen Ort", betonte Marion Zwilling im Namen der Elternschaft. In ihren Augen ist diese „Kraft-Oase" sehr wichtig. Altenheime oder Erwachsenenhospize seien nicht das Richtige für Jugendliche. „Sie haben aber auch andere Bedürfnisse als Kinder", stellte die mehrfache Mutter fest. Dazu gehörten auch mal laute Musik, chillen, sich abgrenzen, aber auch die Gesellschaft mit Gleichaltrigen. Zwilling und Letzing waren sich einig darin, dass ohne die Hilfe der rund 700 „Bauherren", also der Spender, dieses Projekt nicht zustande gekommen wäre.

Darüber hinaus fanden Landrat Cord Bockhop sowie Sykes Bürgermeister Dr. Harald Behrens herzliche Worte am Mikrofon. Löwenherz sei ein Leuchtturm, der über die Kreisgrenzen hinausstrahle, stellte Bockhop fest. Er dankte zudem Pott für die Hilfe aus Hannover. Dies sei Politik, die nicht nur gut gemeint, sondern auch gut gemacht sei. „Wir freuen uns, dass wir Leute in Hannover kennen, die dann auch noch Geld mitbringen", flachste Behrens später in Richtung des Staatssekretärs und betonte, dass die Summe bei den Löwenherzen hervorragend angelegt sei.

Pott selbst war offensichtlich bewegt von dem Projekt. „Es ist nicht der Staat gewesen, sondern es kommt von Ihnen allen, was Sie hier geschafft haben", gab der fünffache Vater das Kompliment an die Gastgeber und die „Bauherren" zurück.