Ein Tag mit Herz

Quelle: Rotenburger Rundschau, 06.02.2018

Beeke-Löwen bieten Aktionen zum Kinderhospiztag am 10. Februar

Scheeßel (acb). „Meine Begeisterung für Löwenherz ist groß“, erzählt Thomas Voß von den Beeke-Löwen und das merkt man ihm an, wenn er über die Arbeit des Kinder- und Jugendhospiz’ Löwenherz in Syke spricht. Als deren Aktionspartner wollen die Beeke-Löwen zum vierten Mal am bundesweiten Kinderhospiztag, dem 10. Februar, auf das Thema aufmerksam machen und haben sich dafür einiges einfallen lassen.

Mit besonderen Aktionen informieren sie an diesem Tag und sammeln Spenden. Als Kooperationspartner ist die Bäckerei Stelling mit an Bord, die unter anderem vom 5. bis 10. Februar das „Brot mit Herz“ in ihren Filialen in Scheeßel und Rotenburg verkauft. Von jedem Verkauf wandern 50 Cent in die Spendendose. In der Filiale in der Bremer Straße in Scheeßel gibt es vormittags eine Lesung unter dem Titel „Kästner, Ringelnatz und Co.“. Voß präsentiert zwischen 9.30 und 12 Uhr kindertaugliche Geschichten und Gedichte vor. „Wenn wenig Kinder da sind, gibt es natürlich auch Geschichten für Erwachsene.“ Außerdem wartet Nicole Hehnke auf die kleinen Besucher, denen sie bunte Wintergesichter schminkt. In der Zevener Straße in Scheeßel steht zwischen 9 und 13 Uhr ein Info-Pavillon.

Ein Highlight ist das Trompetensignal um 15 Uhr an der Gerichtslinde vor der St. Lucas-Kirche, das Kirchenmusiker Dieter Niemeyer gibt. „Es soll die Leute zum Nachdenken anregen.“ Im Anschluss richten Voß und Pastorin Gunda Handrich einige Worte an die Anwesenden, außerdem ist die Kirche geöffnet, um zum Beispiel eine Kerze anzuzünden. „Wir besinnen uns auch auf die Familien und deren Kinder, die bereits gegangen sind“, erklärt Voß. So seien im vergangenen Jahr die Großeltern eines Kindes dabei gewesen, das vor ein paar Jahren verstorben ist. 

Das Kinder- und Jugendhospiz, das einzige in Niedersachsen und mit einem Einzugsbereich von rund 250 Kilometern, feiert in diesem Jahr Jubiläum: Seit 20 Jahren unterstützt es Familien auf ihrem schweren Weg. Vor 15 Jahren wurde das erste Haus für Kinder eröffnet, vor fünf Jahren kam ein Jugendhospiz dazu, um den unterschiedlichen Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden. Dabei seien Spenden sehr wichtig. „Daraus finanziert sich das Projekt immer noch zu über der Hälfte“, sagt Voß. „Dadurch ist unsere Arbeit auch so entscheidend.“ 

Familien, in denen Kinder unheilbar erkrankt sind, befänden sich in einer besonderen Situation. „Sie machen oft die Erfahrung, dass ihr Umfeld eher abrückt, als Unterstützung anzubieten“, so Voß. Diese Ausnahmesituation sei belastend – auch für Geschwister, die ab dem Tag einer solchen Diagnose erstmal in den Hintergrund rutschen. Genau da greift das Hospiz ebenfalls ein und bietet besondere Tage an, an denen auch die Geschwister mit im Fokus stehen. 

In Scheeßel gibt es derzeit neun Ehrenamtliche für die Öffentlichkeitsarbeit, die dafür in speziellen Schulungen in Syke ausgebildet worden sind. Dadurch sind die Beeke-Löwen autorisiert, Spenden entgegenzunehmen und andere über die Arbeit des Hospiz’ zu informieren.