Der Löwenanteil ist geschafft

Noch 13 Kilometer bis zum Nordkap – diese Etappe schaffte das Team bis zum 2. März.
Bild: Privat

Quelle: Nordwest-Zeitung, 07.03.2019

Mit einer Mission sind der Wardenburger Julien Schütte und sein Freund Hardy Leben zum Nordkap aufgebrochen: Sie wollen Spenden für todkranke Kinder sammeln. Mittlerweile sind sie auf dem Rückweg – und haben die 10 000-Euro-Marke fast geknackt.

WARDENBURG /ST. PETERSBURG Polarlichter, Fahrten bei heftigsten Minusgraden und immer wieder Autos, die aufgrund der Extremtemperaturen schlappmachen – die Benefiz-Rallye „Baltic Sea Circle Winter Edition“ (BSC) entpuppt sich für den Wardenburger Julien Schütte und seinen „Copiloten“ Hardy Leben als echtes Abenteuer. Am 23. Februar sind die beiden Richtung Nordkap gestartet (die NWZ berichtete). 7500 Kilometer lagen vor ihnen, außerdem ein ganz besonderes Ziel: Sie wollten 10 000 Euro für das Kinderhospiz „Löwenherz“ in Syke bei Bremen sammeln.

Nach dem Artikel in der NWZ baten Leser die Redaktion, weiter über die Rallye zu berichten. Mittlerweile haben Schütte und Leben das Nordkap hinter sich gelassen. Derzeitiges Etappenziel ist St. Petersburg. Und auch ihr Spendenziel haben sie fast erreicht, 183 Spender haben bisher die Summe von 9338 Euro zusammengebracht.

Die bisherige Fahrt verlief nicht ganz ohne Zwischenfälle: Die Fähre zu den Lofoten verkehrte nicht, sodass sich die Gruppe ein Nachtlager suchen musste. Aufgrund der eisigen Temperaturen wechselten die beiden Fahrer ein Radlager an ihrem Passat in einem Tunnel statt auf offener Strecke. Immer wieder wurden Julien Schütte und Hardy Leben, die für einen deutschen Automobilclub als „Gelbe Engel“ arbeiten, für Reparaturen an den teilnehmenden Fahrzeugen angefragt. „Bei einem Saab war eine Spannrolle vom Keilrippenriemen gebrochen“, erzählt Schütte. „Da haben wir kurzerhand improvisiert – bei minus 29 Grad haben wir eine Ersatz-Spannrolle für den Zahnriemen eingebaut, die eigentlich für den Passat gedacht war. Der Saab läuft wieder – andernfalls wäre für ihn die Tour zu Ende gewesen“, freut sich der Wardenburger.

Mit unglaublichen Naturschauspielen und einer Landschaft wie aus dem (Winter-)Bilderbuch werden die Rallye-Teilnehmer für die Strapazen der Tour entschädigt. „Wir haben grad die ersten Polarlichter gesehen, und es war ein magischer Moment“, schwärmt Schütte in seinem Tour-Blog. „Erst waren sie nur ganz leicht und wurden dann immer mehr und intensiver. Bis sie anfingen zu tanzen und der ganze Himmel grün leuchtete!“

Immer weiter ging es Richtung Norden. Straße, Landschaft, Himmel – alles war gleichmäßig weiß. Am 2. März dann erreichte das Team endlich das Nordkap. Von dort aus geht es nun über Russland, Estland und Polen zurück nach Deutschland, bis das Team an diesem Sonntag in Hamburg zurück erwartet wird. Ob bis dahin die 10 000-Euro-Spendenmarke geknackt ist, bleibt abzuwarten. Wenn ja, werden Julien Schütte und Hardy Leben Wort halten und sich das „Löwenherz“-Logo tätowieren lassen.

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