Tag des offenen Gartentores auf dem Hof Gösmann

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung, 11.06.2019

"Wildromantisch und verwunschen"

Von Niklas Golitschek

Hasbergen. Zwei große und von Grund auf verschieden konzipierte Gärten und den Wasserturm sowie die Produkte mehrerer Aussteller konnten Interessierte an Pfingsten zum Tag des offenen Gartentores in Hasbergen besichtigen. Im Wasserturm gab es zudem eine Sonderausstellung.

Es ist ein frühlingshafter Duft, der dieser Tage in Karin Gösmanns Garten an der Schulstraße in Hasbergen liegt. Ob Rhododendron, Jasmin oder Vergissmeinnicht – fast alle Pflanzen auf dem rund 5000 Quadratmeter umfassenden Grundstück blühen.

Immer ein Lächeln im Gesicht

Wettertechnisch hätte es Gösmann kaum besser treffen können, als sie am Wochenende ihr Gartentor für Interessierte öffnete. Rund 360 Besucher zählte die Pastoralreferentin allein am Sonntag und auch am Montag riss der Andrang nicht ab. Gösmann freute sich dabei über jeden Gast, den sie auf ihrem Hof begrüßen durfte. „Hallo und frohe Pfingsten“, entgegnete sie jedem, der das Grundstück betrat, mit einem Lächeln im Gesicht. Da kamen etwa zwei Tandem-Radler, eine andere Gruppe kreuzte spontan mit dem Auto auf; und für eine ältere Dame mit Gehprobleme hatte Gösmann innerhalb weniger Minuten einen Leih-Rollator zur Hand, der später an die Russlandhilfe gehen soll.

So tummelten sich alle in dem etwas anderen Garten, den die Besitzerin gerne als „wildromantisch und verwunschen“ beschrieb. Es ist eben kein Siedlungsgarten, sondern einer, der von Wald und Wiesen umgeben ist. Da muss nicht alles perfekt gepflegt sein – nur Pflanzen wie Brennnesseln mag Gösmann nicht in ihrem Garten haben. „Der Garten ist in die Landschaft eingebettet. Ich sehe zu, dass ich ihn geordnet kriege“, schilderte sie. Doch in einem Garten müsse man sich auch mal Bücken, um etwa Ästen auszuweichen; das gehöre dazu. Dazwischen fanden sich kleinere Dekorationen, etwa blaue Glasflaschen auf zurückgeschnittenem Rhododendron, Kaffeekannen auf Steinen oder Kresse und Radieschen in umgedrehten Regenschirmen. Dafür ließ sich die Besitzerin auch gerne von den sozialen Netzwerken inspirieren und platzierte die Dekorationen an verschiedenen Stellen in ihrem Garten. Schließlich sollte hier auch eine schöne Atmosphäre herrschen.

Doch der warme und trockene Sommer ist auch an Gösmanns Garten nicht spurlos vorübergegangen. Rhododendren musste sie teilweise zurückschneiden, Vergissmeinnicht nun neu Pflanzen und die Buchsbäume besonders viel gießen, um sie unbeschadet durchzubringen. „Es müsste mal wieder regnen“, stellte sie mit Blick auf die aktuelle Wetterlage fest.

Im Kulturstall gab es außerdem Kaffee und Kuchen, die Erlöse aus dem Verkauf sollen an das Kinderhospiz Löwenherz in Syke sowie die ambulante Außenstelle in Osnabrück gehen. Zudem boten mehrere Aussteller Produkte wie Socken, Kissen, Postkarten, Tüten, Schmuck oder Honig an.

Nur wenige Hundert Meter entfernt öffnete auch der Kultur und Verkehrsverein Hasbergen im Wasserturm die Tür und präsentierte in einer Sonderausstellung für zwei Tage drahtgeflochtene Werke des Osnabrücker Künstlers Anton Bröll. „Es ist interessant, wie die verschiedenen Verdichtungen den Raum verändern, wenn man durchblickt“, sagte Vereinssprecherin Aisleen Beynon-Thomas. Diese teils gewollt gerosteten „Gestalten“ passten auch wunderbar zum alten Wasserkanister im Turm und bereicherten das Gelände, wie sie aus dem Boden ragen, fand sie. „Ich hatte schon in der Schulzeit Interesse an Draht“, sagte Künstler Bröll zu seinen Beweggründen für diese Werke. An der Universität habe er bei der Bildhauerei schließlich das Material frei wählen und sich an die Arbeit machen können. Wer noch mehr sehen wollte, konnte sich dann noch ein paar Hundert Meter weiter den 2000 Quadratmeter großen Garten von Kyung Ok und Peter Langer an der Niedersachsenstraße ansehen, der über Pfingsten ebenfalls geöffnet hatte.