Zwischen Geld und Kartoffel

150 Euro durch einen Muffinverkauf spendeten die Schüler der IGS dem Kinderhospiz Löwenherz.
Bild: Hans Passmann

Quelle: Nordwest-Zeitung, 13.11.2018

Mmh, wie das duftet: Ihren Ruf als tolle Knolle hat die Kartoffel vor den Landfrauen Barßel unter Beweis gestellt. Kartoffelsuppe, Kartoffelbrot, Kartoffelplätzchen ja sogar Kartoffelmarmelade, sorgten für einen großen Andrang am reichlich gedeckten Büfett im Hotel Niehaus in Barßel. Mehr als 100 Kilogramm Kartoffeln hatten die Landfrauen zuvor geschält, Teig vorbereitet, Brote gebacken und Torten dekoriert. Unter das Motto „Rund um die Kartoffel“ hat der Verein den Abend gestellt.

Als Referentin des Abend hatte der Vorstand Carina Reens, Diätassistentin aus Strücklingen, eingeladen. Wer Appetit bekommen hat, die eine oder andere Leckerei einmal nachzukochen, kein Problem: Auch daran hatte Reens gedacht und reichlich Rezepte ausgelegt. Nur eine „Kartoffelsorte“ fehlte: Pommes Frites. Aber die gebe es ja an jeder Ecke.

Die Kartoffel kommt ursprünglich aus der Andenregion. Erst 1621 gelangte die Kartoffel nach Deutschland, zunächst nur als Zier- und Gartenpflanze berichtete Reens zu Anfang. Ihren Wert als Nahrungsmittel erkannte Friedrich der Große in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts – er befahl, Saatkartoffeln zu verteilen und er ließ die Felder bewachen, so entwickelte sich die Kartoffel in den Jahren zu einem wichtigen, beliebten Lebensmittel.

In Deutschland würden jährlich etwa 240 000 Hektar Kartoffeln erzeugt, so Reens. In ihrem Vortrag erklärte Reens den Landfrauen die einzelnen Kartoffelkrankheiten. Auch der Unterschied zwischen Saatkartoffeln und den normalen Kartoffeln sowie der Unterscheid zwischen Speise- und Frühkartoffeln, erklärte Reens. In Deutschland gäbe es 210 Sorten. „Es gibt fünf Gründe die Kartoffel zu lieben: Total Regional, Spart Wasser, Pestizide, nein Danke, Macht satt und Spart Verpackung“, meinte Reens. Im Vortrag stellte Reens den Mitgliedern Sorten vor, die abgekocht waren gepellt werden mussten. Anhand von Dias konnten die Frauen jeden Arbeitsgang von der Pflanzung bis zur Ernte verfolgen.

Nicht Schnelligkeit, sondern vielmehr die Ausdauer war gefragt. Die bewiesen die Mädchen und Jungen des Schulzentrums Barßel beim Spendenlauf für einen guten Zweck, den die Schülervertretung organisiert hatte. Unermüdlich drehten die Kids ihre Runden. Sie liefen und liefen. Drehten auf der Tartanbahn eine Runde nach der anderen. Viele Schülerinnen und Schüler bewiesen ihre Ausdauer und liefen je nach Kondition ununterbrochen 15, 30 oder 60 Minuten.

Durchgeführt wurde der Lauf an insgesamt drei Tagen. „Voller Einsatz erliefen sich die Schüler am Ende des Spendenlaufes immerhin die Summe von 3700 Euro“, so Lehrerin Iris Meiners-Hagen. Das Prinzip dieses „Sponsorenlaufes“ ist einfach: Jedes Kind suchte sich einen „Sponsor“ wie Eltern, Verwandte oder Freude, die für jede gelaufene Runde einen bestimmten Betrag spenden. Im Vorfeld wurde gemeinsam überlegt, für welchen Zweck das erlaufende Geld verwendet werde soll. Nach Befragung in den einzelnen Klassen einigten sich die Schüler darauf, dass ein Betrag von 1700 Euro an den Verein für bedürftige Kinder und Jugendliche in der Gemeinde Barßel „Stöppkes“ gespendet werden soll.

Der andere Teil in Höhe von 2000 Euro soll für Anschaffung im Spielraum verwendet werden. In der Mensa des Schulzentrums erfolgte nun durch die Schülersprecherinnen Meike Haak und Rihan Agirmann die Übergabe der Spende an den Verein „Stöppkes“. Den obligatorischen Scheck nahm der Vorsitzende Pastor Thomas Perzul entgegen. Er lobte das große Engagement der einzelnen Schüler.

Der Betrag käme den Familien in der Gemeinde zugute, die nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Es sei gut erlaufenes Geld. Doch nicht nur Stöppkes konnte sich freuen, sonder auch die Schüler der Klasse 7 a, 6 d, 9 b und 8 c für ihre überdurchschnittlich erbrachte Laufleistung. Sie bekamen einen Basketball geschenkt und erhielten eine Urkunde.

Im Rahmen der Unterrichtseinheit „Diakonie“ hat die Klasse 8 a der Integrierte Gesamtschule (IGS) Barßel unter anderem über die Arbeit in Kinderhospizen gesprochen. Nach einem Referat übe das Kinderhospiz „Löwenherz“ in Syke, entschieden sich die Schüler für eine spontane Spendenaktion und verkauften eine Woche lang selbst gebackene Muffins in den großen Pausen. Dank zusätzlicher Spenden von Eltern und Lehrkräften, ist am Ende der Woche eine Summe von 150 Euro zusammengekommen.