„Unsere Maßeinheit ist die Noppe“

Quelle: Nordwest-Zeitung, 21.10.2019

von Karoline Schulz

Lego-Ausstellung In Bookholzberg

Knapp 700 Besucher sahen sich am Wochenende die Modelle von 45 Ausstellern an. Die fünfte Auflage der „Steinstark“ war die letzte. Für Organisatorin Marit Menninga gab’s zum Abschluss eine Überraschung.

BOOKHOLZBERG Es ist nicht leicht, ein AFOL zu sein. „Die meisten belächeln das – aber nur so lange, bis sie ein Modell gesehen haben“, sagte Andreas Böker, der selbst zur Gruppe der AFOLs, der „Adult Fans of Lego“ oder auch der erwachsenen Lego-Fans, gehört, die am Wochenende bei der fünften Auflage der Lego-Ausstellung „Steinstark“ auf dem BFW-Gelände in Bookholzberg vertreten waren. Insgesamt 45 Aussteller, darunter auch jugendliche Lego-Enthusiasten und Kinder, zeigten knapp 700 Besuchern ihre selbst entworfenen Kreationen aus den bunten Steinen.

Andreas Böker zählt zu den Großen der Szene. Zwar hatte er diesmal nur einzelne Bestandteile einer mittelalterlichen Burganlage mitgebracht, die aktuell – über einen Zeitraum von mehreren Jahren – bei ihm zu Hause in Herford entsteht. Doch Böker hat auch bereits ein 45 Quadratmeter großes Modell von Langeoog gebaut, das inzwischen in einer Dauerausstellung auf der Nordseeinsel zu sehen ist. Zudem ist er Organisator der dortigen Lego-Ausstellung.

Die AFOLs kennen einander. Viele von ihnen besuchen regelmäßig Zusammenkünfte der Szene – so wie jene sechs Aussteller, die in Bookholzberg gemeinsam eine mehr als zwölf Meter lange Monorail-Anlage aufgebaut hatten. Auf die Frage nach der genauen Größe ihres eigenen Modells musste Marion Weintraut, die eigens aus Südhessen angereist war, einen Moment überlegen. „Unsere Maßeinheit ist die Noppe.“ Vor 18 Jahren, als ihr Sohn im Lego-Alter war, hat sie Feuer gefangen für die Bausteine. An der Monorail schätze sie, „dass sich immer etwas bewegt“, sagte Marion Weintraut, während eine Lok durch die bunte Miniaturlandschaft vor ihr ratterte.

Jede Menge Bewegung war auch im und neben dem Modell von Klaus Goldbeck und Markus Himmelreich. Die Brüder aus dem Münsterland hatten eine Carrera-Bahn mit 24 Metern Streckenlänge mitgebracht, die sie in eine Lego-Landschaft integriert haben. Vor allem junge Besucher nutzten die Gelegenheit, Rennen gegeneinander zu fahren.

In Bookholzberg waren die beiden Aussteller zum vierten Mal – „weil wir die Gemeinschaft mögen und weil die Ausstellung für den guten Zweck ist“, sagte Klaus Goldbeck.

Wie schon in den Vorjahren kommt der Erlös der „Steinstark“ wieder dem Kinderhospiz Löwenherz in Syke zugute. Das allerdings zum letzten Mal: „Dies war für mich die letzte Ausstellung“, sagte Organisatorin Marit Menninga. Sie habe die Entscheidung mit einem lachenden und einem weinenden Auge getroffen, so die Wüstingerin. Aber ihr Entschluss stehe fest. Im kommenden Jahr werde sie nach mehr als 30 Jahren beim Berufsförderungswerk Weser-Ems, heute die INN-tegrativ gGmbH, in Rente gehen. Und es sei an der Zeit für Neues.

Eine Überraschung gab es für Marit Menninga von ihrer Schwester Anja Menninga: ein Modell der ersten „Steinstark“, die noch auf der Hälfte der heutigen Ausstellungsfläche von 500 Quadratmetern stattgefunden hatte. „Da musste ich schlucken. . .“, gestand Marit Menniga.

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