"Löwenherz": Rückenwind vom Ministerpräsidenten

Sigmar Gabriel unterstützt Kinderhospiz/Sozialministerin hat großes Interesse

Wunscheröffnungstermin wäre 2001 gewesen - doch bisher ist für die Insel für schwerstkranke und sterbende Kinder, das "Kinderhospiz Löwenherz", noch kein Grundstein gelegt. Zunächst enttäuschend, dann schwierig und zäh gestaltete sich die Grundstücksfrage - gelöst ist sie noch nicht. Kräftigen Rückenwind bekommt der Verein "Kinderhospiz Löwenherz" aber aus dem Landtag: Ministerpräsident Sigmar Gabriel und Sozialministerin Dr. Gitta Trauernicht unterstützen das Projekt.

Davon überzeugte sich Gaby Letzing, Vorsitzende des Vereins "Kinderhospiz Löwenherz", persönlich: Sie traf Sigmar Gabriel am Mittwoch zum Mittagessen. Arrangiert hatte das der SPD-Landtagsabgeordnete Heinfried Schumacher - es war begehrter Preis bei einer Tombola gewesen, die Schumachers Ehefrau Marie-Therese zu Gunsten von "Löwenherz" organisiert hatte. "Der Gewinner hat das Essen dann an uns zurück gespendet", berichtete Gaby Letzing, die zusammen mit dem Presseberater Heiner Brock nach Hannover reiste - und mit einer freudigen Nachricht für alle "Löwenherzen" zurückkam: "Herr Gabriel zeigte sich von dem künftigen Kinderhospiz sehr beeindruckt und versprach, sich für die Realisierung einzusetzen." Gaby Letzing freute sich ebenso über die Schützenhilfe der Landtagsabgeordneten Heinfried Schumacher und Günter Schlüterbusch. Denn beide hätten ihr die richtigen Leute vorgestellt - so auch die Ministerin für Frauen, Arbeit und Soziales, Dr. Gitta Trauernicht. Fazit der Vorsitzenden: "Ich bin glücklich, dass wir in der Landesregierung und bei den Landtagsabgeordneten so engagierte Befürworter haben."   

Letzing und ihre Mitstreiter prüfen zurzeit mehrere Grundstücke in Syke. Nicht nur für eines, sondern vielleicht für zwei oder drei soll eine Änderung des Flächennutzungsplanes - unverzichtbares Verfahren für die Baumöglichkeit - beantragt werden. Anfang Februar wollen die "Löwenherzen" in die Gremien der Stadt Syke gehen. Die gründliche Prüfung mehrerer Grundstücke geschieht deshalb, weil der Verein möglichst schnell bauen möchte. Im September hatte das Projekt wegen einer geplatzten Grundstücksverhandlung einen Rückschlag erlitten. Das wollen die "Löwenherzen" nicht noch einmal riskieren. Sie würden sich übrigens nicht nur über weitere Spenden freuen, sondern ebenso über kräftiges Daumendrücken dafür, dass die Grundstücksfrage schnell gelöst wird. Danach will der Verein sofort einen Architekten mit dem Entwurf des Hauses beauftragen, das exakt auf das Grundstück zugeschnitten wird. Bauen und betreiben wird der Verein das Haus selbst. Die angedachte Partnerschaft mit dem Johanneswerk in Bielefeld ist vom Tisch. Begründung: "Das Johanneswerk war nicht in der Lage, so schnell zu reagieren." Einem Wohlfahrtsverband will sich "Löwenherz" anschließen, um fachliches Know How an der Seite zu haben. Jetzt hoffen die engagierten Mitglieder, so schnell wie möglich den ersten Spatenstich zu setzen. Denn beim Verein haben sich bereits Sponsoren gemeldet, die Baumaterial stiften möchten. "Weitere können sich noch melden", schmunzelt Geschäftsführerin Astrid Janssen.