"Löwenherz" wurde eingeweiht

Feierstunde im Kinderhospiz in Syke - 4000 Besucher kamen

Das Kinderhospiz Löwenherz ist am Weltkindertag, dem 20. September, in Syke bei Bremen als erste Einrichtung ihrer Art in Niedersachsen eingeweiht worden. Rund 4 000 Besucher waren bei strahlendem Sonnenschein mit dabei. "Das Angebot richtet sich an Kinder mit einer lebensbegrenzenden Erkrankung sowie deren Familien, die dringend Hilfe und Unterstützung benötigen", sagte Leiterin Gaby Letzing.

Dabei gehe es vor allem um Kinder mit Stoffwechsel-Erkrankungen, genetischen Fehlbildungen oder schweren Hirnschäden sowie um Kinder, die unheilbar an Krebs oder Aids erkrankt sind. Das Hospiz kann jeweils acht Kinder und ihre Familie bis zu vier Wochen lang aufnehmen. Die Eltern können sich in dieser Zeit von der anstrengenden Pflege erholen. Pro Jahr erwartet das Kinderhospiz rund 150 Familien vor allem aus Norddeutschland. 16 Familien haben sich laut Letzing schon angemeldet.

Die niedersächsische Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) zeigte sich beeindruckt von der großen Unterstützung durch die Bevölkerung: "Dies zeigt, dass Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft keine veralteten Tugenden sind:" Private Spender und Sponsoren hatten einen Großteil der Investitionen von insgesamt 2,3 Millionen Euro finanziert. Das Land Niedersachsen gab 750 000 Euro. Die laufenden Kosten werden nach Hospiz-Angaben nur teilweise durch Kranken- und Pflegekassen gedeckt. Rund die Hälfte, etwa 400 000 Euro pro Jahr, müsse durch Spenden aufgebracht werden. Das Hospiz wird als Modellprojekt vom Bundesgesundheitsministerium und vom Land gefördert. Es will am 10. Oktober die ersten Gäste aufnehmen. Die werden von 21 Mitarbeitern versorgt, unter ihnen 13 Pflegekräfte. Zur Eröffnung komponierte der Liedermacher Konstantin Wecker, dessen Frau aus dem benachbarten Bassum stammt, eine "Löwenherz-Hymne". Drei evangelische Seelsorger segneten das Haus. (epd)