Bürger spenden in vier Jahren 16 000 Euro für Hospiz in Syke - Das betreut schwerkranke Kinder

Gehrdener sammeln für Löwenherz

Gehrdener Bürger engagieren sich stark für das Kinderhospiz Löwenherz in Syke. In den vergangenen vier Jahren haben sie 16 000 Euro für die Einrichtung, die schwerkranke Kinder betreut, gespendet.
Von Treeske Hönemann

GEHRDEN. Motor der Sammelaktionen in Gehrden ist Marlies Koschützke (Porträt siehe unten). Sie hatte 1999 von dem Projekt in Syke erfahren und die Klinikseelsorgerin Dorothea Bobzin aus Barsinghausen zur Montagsrunde der Margarethengemeinde eingeladen. Bobzin, Mitglied im Trägerverein des Kinderhospizes, berichtete der Frauengruppe über das Vorhaben. In Syke sollte ein Hospiz gebaut werden, in dem schwerkranke Kinder mit einer geringen Lebenserwartung für einige Zeit liebevoll versorgt werden, damit die Eltern entlastet werden. Die Montagsrunde sagte spontan ihre Unterstützung zu.
Der Erlös aus den Kaffeestuben der Margarethengemeinde anlässlich des Weihnachtsmarktes und des Stadtfestes kamen dem Hospiz zugute. Für die Kaffeestuben backten auch die Frauen der Bonifatiusgemeinde Kuchen und schenkten Kaffee aus. Marlies Koschützke hatte die damalige Vorsitzende des Gemeinderates, Sabine Berkefeld, um Mithilfe gebeten. Auch Schulklassen kamen auf Koschützke zu und organisierten Aktionen für das Kinderhospiz. Ebenfalls stellten einige Geschäftsleute Spendendosen auf.

Die gelernte Kinderkrankenschwester Gaby Letzing (42) leitet das Kinderhospiz Löwenherz in Syke.

Das Kinderhospiz Löwenherz, dessen Name auf die Geschichte "Gebrüder Löwenherz" von Astrid Lindgren zurückgeht, ist im September eröffnet worden. Bau und Ausstattung haben rund 2,3 Millionen Euro gekostet. Der Trägerverein erhielt Zuschüsse von Bund und Land. Die ersten Patienten zogen im Oktober ein. Marlies Koschützke zieht eine stolze Zwischenbilanz. "Gehrdener Bürger haben bislang rund 16 000 Euro gespendet", freut sich die 72-Jährige. "Die Unterstützung des Hospizes ist inzwischen zu einem Gehrdener Projekt geworden." Doch es soll nicht bei der Summe bleiben. "Der Verein braucht weiter Hilfe. Die Betriebskosten betragen im Jahr etwa 400 000 Euro". Sagt Kschützke. Sie will sich auch in Zukunft für den Verein stark machen.

"Kinder erwünscht" steht an Marlies Koschützkes Haustür

72-jährige Gehrdenerin engagiert sich seit 34 Jahren für Unicef - Jetzt hilft sie auch dem Hospiz Löwenherz

GEHRDEN. "Kinder erwünscht" signalisierten Aufkleber an der Haustür von Marlies Koschützke. Die Gehrdenerin engagiert sich seit Jahren für Jungen und Mädchen, die sonst kaum eine Lobby haben. Und so viel ist gewiss: So lange die Kraft und Energie der 72-Jährigen reichen, wird sie weitermachen. Die Mitarbeiter von Unicef können also beruhigt sein und müssen Koschützke nicht mehr die bange Frage stellen: "Sie hören doch aber noch nicht auf?"
Mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen fing bei Marlies Koschützke alles an. "Ich hatte zwar kein Geld, aber Zeit und wollte außerhalb der Familie etwas Sinnvolles tun", erinnert sich die Seniorin. Für Unicef verkauft sie seit 34 Jahren ehrenamtlich Karten, Briefpapier und Kalender auf Märkten, Messen und im eigenen Haus - und hat selbst einen Vorteil davon. "Ich komme mit Menschen zusammen", freut sich Koschützke, die ein offenes Haus von ihren Eltern gewöhnt war und den Trubel mit ihren drei Kindern und mittlerweile sechs Enkelkindern genießt. Auch manche Geschäfte in Gehrden bieten für Koschützke Unicef-Artikel an. Etwa 6 000 Euro im Jahr erwirtschaftet die gelernte MTA für das Kinderhilfswerk. Einige Geschäftsleute haben für sie inzwischen auch Spendenhäuschen für ein Projekt aufgestellt, das der Seniorin noch mehr am Herzen liegt als Unicef: das Kinderhospiz Löwenherz in Syke. "Der Verein muss noch bekannter gemacht werden", hat sich die Gehrdener Kontaktfrau für das Hospiz vorgenommen. Für ihr soziales Engagement haben die Stadt und das Land sie geehrt. Auf Initiative von Koschützke hat die Montagsrunde der Margarethengemeinde die Patenschaft für ein Kinderdorf auf Haiti übernommen. "Die Welt existiert nur mit Kindern weiter", sagt die Gehrdenerin.