"Kinderhospiz Löwenherz" stolz auf Versorgungsvertrag

Partnerschaft mit Krankenkassen besiegelt / "Niedersachsen Vorreiter für Deutschland"
Bericht in "Sulinger Kreiszeitung"
 

Sulingen/Syke - Das "Kinderhospiz Löwenherz" hat einen Versorgungsvertrag mit allen Krankenkassen in Niedersachsen geschlossen. Er sichert sowohl die Aufnahme der schwerstkranken Kinder zur Entlastung der Familien und auch am Lebensende. Der Vertrag lege zugleich fest, dass die Kinder mehrfach im Jahr - bis zu 28 Tage - ins Kinderhospiz kommen können. In Sonderfällen entscheidet der Medizinische Dienst. Das teilte Löwenherz-Vorsitzende Gaby Letzing in Sulingen mit.

"Das ist ein Riesenschritt für uns und bundesweit der erste Vertrag, in dem diese Leistungen der Kassen so festgelegt sind", erläuterte Letzing. "Damit ist Niedersachsen Vorreiter in Sachen Kinderhospiz. Ich bin glücklich und stolz, dass der besondere Bedarf der schwerstkranken Kinder auch von den Kassen in einem Vertrag anerkannt würde", kommentierte die künftige Leiterin des Kinderhospizes den Abschluss.

Vor dem Abschluss des Vertrages habe es mehrere Hürden gegeben. Denn in den Erwachsenen-Hospizen sei die Begleitung auf die letzte Lebensphase ausgerichtet - das sei bei Kindern anders. Da sie in der Regel zuhause leben, müsse ihre Betreuung früher einsetzen, um die Familie zu unterstützen und zu stärken. "Das Ziel in unserem Kinderhospiz ist es, dass die Kinder nach ihrem Aufenthalt wieder nachhause können", beschreibt Gaby Letzing den großen Unterschied.

Die anderen Kinderhospize in Olpe (Nordrhein-Westfalen) und in Berlin hatten bisher lediglich Verträge für die letzte Lebensphase oder für eine Kurzzeitpflege. Der "Löwenherz"-Vertrag solle demnächst auch für die Kinderhospize in den anderen Bundesländern angewendet werden.

Wieviel Euro die Kassen pro Tag für ein Kind zahlen, steht damit allerdings noch nicht fest. Das müsse in einer gesonderten Vereinbarung geregelt werden. Klar sei aber, dass die Kassen nur einen Teil der Betriebskosten finanzieren. Letzing: "Etwa die Hälfte der laufenden Kosten muss über Spenden gedeckt werden. Wir gehen zur Zeit von rund 400 000 Euro aus, die wir jährlich durch private Mittel aufbringen müssen".

Familien, die mit ihrem schwerstkranken Kind einen Aufenhalt bei "Löwenherz" planen, können sich ab jetzt anmelden. Am 1. Oktober nimmt das Kinderhospiz seinen Betrieb auf. Doch zuvor wird gefeiert: Am 20. September gibt es nach einer offiziellen Feier am Vormittag anschließend einen "Tag der offenen Tür" mit einem bunten Kinderfest.