Hohe Spende: 3400 Euro für Kinderhospiz

Emder Zeitung

Fernziel ist die Gründung eines Freundeskreises in Ostfriesland

Loquard
Eine so große Spendenbereitschaft hat das Kinderhospiz "Löwenherz" in Syke, das erste dieser Art für Niedersachsen und Bremen, selten erlebt: 3400 Euro konnten Irmgard und Rolf Klein sowie Diakonin Christine Kruse am Sonnabend an das Ehepaar Bobzin überreichen, das sich ehrenamtlich für die Einrichtung engagiert. Fernziel ist die Gründung eines Freundeskreises Ostfriesland, die es in Syke, Hannover und Bremen bereits gibt. "Das ist eine gewaltig hohe Spende", war die Überraschung am Sonnabend für Dorothea Bobzin groß, die auch Seelsorgerin am Krankenhaus Hannover ist Unterstützung gibt es inzwischen auch schon aus den Nachbardorf Rysum.

Gesammelt wurde das Spendengeld über eine große Tombola zum Loquarder Gemeindefest im September für die Aktion "Teilen und Helfen". Dafür hatten die Loquarder überall Gewinne eingesammelt, unterstützt von Taxi-Unternehmer Alwin Heeren, der viele Taxi-Fahrten übernahm. "Es gab viele Einzelspenden aus Loquard, viele Auswärtige waren beim Gemeindefest dabei."

Das Hospiz will jährlich bis zu 150 Familien mit todkranken Kindern die Chance geben, endlich einmal wieder gemeinsam Urlaub zu machen. Es hält Patientenzimmer für acht schwerstkranke Kinder und Appartements für deren Eltern und Geschwister bereit. Pflegefachkräfte und Pädagogen kümmern sich um die kranken Kinder und entlasten dadurch die Eltern, damit diese Zeit für sich haben. "Die Pflege ist ein Allround -Job. So können sie mal ins Kino gehen oder sich um die Geschwister kümmern, die bei der Pflege oft zu kurz kommen", sagte Bobzin.

Seit einem Jahr gibt es das Kinderhospiz, teilte Bobzin mit, drei todkranke Kinder sind während dieser Zeit gestorben. "Begleitung bis zum Tod ist nicht unser Hauptziel. Wir sehen uns nicht als Sterbehaus, sondern vielmehr als Haus des Lebens", sagte Bobzin und fügte hinzu. "Als eine Herberge, in der Wanderer auf dem langen Weg ihres Lebens Kräfte schöpfen."

Zwischen einer und drei Wochen lang können sich Familien eine Auszeit im Kinderhospiz nehmen. Der Tagessatz beträgt 340 Euro. 65 Prozent der Kosten zählt die Krankenkasse, während 35 Prozent über Spenden und Ehrenamt aufgebracht werden.

Pastor Rolf Kemner lobte die große Spendenbereitschaft, die von Loquard ausgehe und nannte auch das Sammelprojekt für die Orgel (5586 Euro), die Installation der Lautsprecheranlage in der Kirche (3224 Euro) und das ehrenamtliche Engagement von Kirchenvorsteher Bernhard Gelken, damit die Stundenglocke wieder schlägt. "Die Loquarder haben sich für alle Sachen mächtig ins Zeug gelegt." Die jetzt aufgebrachte Summe von 3400 Euro sei nicht selbstverständlich für so ein kleines Dorf