"Wir sind da und tragen mit..."

Höhepunkt im "Löwenherz" -Jahr 2003: Eröffnung des Kinderhospizes / Vorstandswahlen

Landkreis (sdl) "Wir sind da und tragen mit - im Leben wie im Sterben." An diesen Leitsatz der "Löwenherzen" erinnerte Gaby Letzing als Vorsitzende des mittlerweile 811 Mitglieder staken Vereins während der Jahreshauptversammlung.

Der Rückblick auf ein turbulentes Jahr prägte die Zusammenkunft von knapp 100 Gästen im Syker Gasthaus Brüning. "Wir haben das Unmögliche Wirklichkeit werden lassen", sagte Gaby Letzing über die Eröffnung des Kinderhospizes im September 2003. Rund 5000 Gäste hatten damals mitgefeiert. Mehr als 100 ehrenamtliche Helfer hat der Verein heute in seinen Reihen. Seine Hauptaufgabe sei es künftig, den Betrieb des Hauses zu stützen.

Aber die "Löwenherzen wollen ihr Angebot für Familien mit schwerstkranken Kindern mittelfristig erweitern - um einen ambulanten Unterstützungsdienst, den der Verein gemeinsam mit Hospizdiensten aufbauen will. Ein Beratungsangebot für die betroffenen Familien - von der Diagnose an und verbunden mit praktischen Tipps - sei ebenso wichtig wie die Trauerbegleitung, hieß es. Auch dafür wollen die "Löwenherzen" zukünftig sorgen.

"Wir sind kein kleiner Verein mehr. Wir sind ein kleines Unternehmen", erklärte Gero Kettler - und belegte seine Feststellung mit Zahlen. Insgesamt 3,12 Millionen Euro Einnahmen - einschließlich der Zuschüsse für den Bau - hatte der Verein verbucht. Unvorstellbare 1,295 Millionen Euro waren über Spenden geflossen. Die Ausgaben umfassten 2,66 Mio Euro, von denen mehr als 2,25 Mio in den Bau des Kinderhospizes geflossen waren. Auf Spenden ist der Verein weiterhin angewiesen, weil er damit einen nicht unwesentlichen Teil der Betriebskosten abdecken muss. Die Finanzierung der Familienaufenthalte über die Krankenkassen sei schwierig, stellte Kettler fest.

"Ob das noch Kassenprüfung ist...", schmunzelte Gerd Meyer als Kassenprüfer angesichts der Millionenbeträge - und bescheinigte dem Vorstand eine ordnungsgemäße Kassen- und Buchführung. Kettler gab sie dennoch ab, schied auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand aus - wie Anja Thorns und Wolfgang Feldhaus. Zu ihren Nachfolgern wählten die 72 stimmberechtigten Mitglieder - ohne einzelne Funktionen festzulegen - Heidi Schroeder (Weyhe), Elke Gruppe (Hannover) und Jens Hannekum (Sulingen).

Gaby Letzing, Gründerin und Initiatorin des Vereins, verlängert ihre sechsjährige Amtszeit als Vorsitzende - das entschieden die Mitglieder mit einem deutlichen Votum. Auch Dorothea Bobzin bleibt im Führungsteam.
Barbara Frerker firmiert künftig als Geschäftsführerin des Vereins. Dieser Satzungsänderung stimmten die Mitflieder zu. Ausgiebig hatten sie zuvor über eine andere Satzungsänderung beraten, in der es um die Gemeinnützigkeit ging. Am Ende gab es eine Mehrheit für den vom Vorstand vorgelegten Vorschlag eines Wirtschaftsprüfers.