Geschicklichkeit und Nervenstärke waren gefragt

Kurier am Sonntag

220 Teilnehmer beim 3. Stapler-Cup / Erlös geht an Kinderhospiz
Von unserem Mitarbeiter Thomas Andre

BREMEN - Wer sagt denn, dass mit einem Gabelstapler nur Materialien von A nach B bewegt werden können? Vorausgesetzt ein geschickter Fahrer sitzt am Steuer, kann so ein "Flurförderzeug" auch Unterhosen aufhängen. Zu besichtigen waren derlei Kunststücke gestern beim 3. Bremer Stapler-Cup. 220 Gabelstapler-Fahrer aus Bremen und umzu bewarben sich dort um den Titel des besten Chauffeurs. Der Erlös geht an das Kinderhospiz Löwenherz in Syke.

Dessen Botschafterin , die Schauspielerin Janette Rauch, bewunderte genauso wie Society-Lady Nadja Abd el Farrag und Jens Eckhoff, Senator für Bau, Umwelt und Verkehrt, die Fahrkünste der Teilnehmer. Diese, allesamt mit einem Gabelstapler-Führerschein ausgestattet, zeigten, wie gut sie ihr Arbeitsgerät beherrschen. Diesmal stand nicht die Effizienz des Arbeitsalltags im Mittelpunkt, sondern spielerische Aufgaben. Natürlich immer im Kampf gegen die Uhr - und unter erschwerten Bedingungen. So musste zum Beispiel der Inhalt eines Wasserbehältnisses in einen anderen, in angemessener Höhe hängenden Behälter gegossen werden. Zusätzlich mussten die Fahrer ihr Gefährt noch über Hindernisse hinweg um diese herum steuern - da waren reichlich Geschicklichkeit und Nervenstärke gefragt, genauso wie beim Hantieren mit Textilien. Sieger war dort, wer unfallfrei mit dem Gabelstapler eine auf einem Bügel hängende Unterhose an den Haken hängen konnte.

Die drei Besten der Bremer Ausscheidung dürfen sich im Oktober mit den besten Gabelstapler-Fahrern der Republik messen. "Der Stapler-Cup erfreut sich in Bremen großer Beliebtheit", behauptete Lutz H. Peper. Er ist Geschäftsführer von Willenbrock Fördertechnik. Der 1962 gegründete Gabelstapler-Bauer und -Dienstleister richtete den spaßigen Wettbewerb zum dritten Mal aus und nutzte dabei erstmals das Firmengelände in Woltmershausen. Dort, auf neutralem Gelände fühlten sich die Facharbeiter wohler als in ihren Betrieben, "wo sie sich leicht vor ihren Chefs blamieren können. "Man muss den Stapler schon gut beherrschen", bekräftigte Peper.

Nadja Abd el Farrag, die zusammen mit Senator Eckhoff den Startschuss gab, beherrscht bekanntlich das Spiel mit den Medien. Zuletzt wurde der Stargast im "Dschungel-Camp" auffällig, derzeit hört er sich nach Angeboten um. Und tut Gutes "Als ich hörte, dass durch den Stapler-Cup Geld für einen Zweck zusammenkommt, zögerte ich nicht", erklärte die Hamburgerin und einstige Gefährtin von Dieter Bohlen.

Der gute Zweck: Das ist das 1998 gegründete Kinderhospiz Löwenherz in Syke. Dort werden unheilbar kranke Kinder für einige Wochen aufgenommen und gepflegt, um die Eltern zu entlasten. Löwenherz-Botschafterin und Schauspielerin Janette Rauch ("Alphateam", "Aus gutem Haus"), die seit einigen Jahren in Bremen lebt, verzichtete wie Abd el Farrag auf eine Spritztour mit dem schweren Gefährt. Das überließen die Damen den Profis, die vor etlichen Zuschauern ihr Können unter Beweis stellten.