Vereinsrat – Ja oder Nein?

Kreiszeitung 15. Juli 2006 
 
„Löwenherz“ –Mitglieder diskutierten Satzungsänderung / Noch kein Votum
 
LANDKREIS (sdl)
- Die „Löwenherzen“ wollen ihren ehrenamtlich Engagierten den Rücken stärken – und einen Vereinsrat bilden, der künftig den Vorstand wählen und verschiedene andere Aufgaben übernehmen soll. Eine Weichenstellung, die während der Mitgliederversammlung am Donnerstag in Syke eine stundenlange Beratung auslöste.

„Nach ausführlichen Diskussionen wurde die Sitzung am späten Abend unterbrochen. Eine neue Hauptversammlung wird nach den Sommerferien einberufen, auf der die Satzung beschlossen werden soll“, heißt es in einer Pressemitteilung, die „Löwenherz“ gestern vorlegte. Der Verein hatte die Presse zur Mitgliederversammlung bewusst nicht eingeladen.

„Wir wollten das Thema erst einmal im Mitgliederkreis diskutieren“, erklärte Pressesprecher Heiner Brock gestern auf Nachfrage dieser Zeitung. Offenbar steckte der Teufel im Detail: Jeder Einzelpunkt sei beraten worden, dazu habe es zahlreiche Nachfragen gegeben. Insgesamt vier Stunden hätten die Mitglieder getagt.

Ziel der neuen Weichenstellung sei es unter anderem, „die Kompetenz der Ehrenamtlichen stärker in die Arbeit der Vereinsführung einzubinden“. Dem Vereinsrat sollen bis zu 20 Mitglieder angehören – nach schriftlicher Wahl durch die Mitgliederversammlung. 155 Ehrenamtliche hatten allein 2005 die verschiedensten Aufgaben für „Löwenherz“ übernommen. Heiner Brock: „Die fünf Freundeskreise in Bremen, Syke, Hannover, Delmenhorst und Sulingen waren sehr aktiv, planten und organisierten viele Aktionen.“ Die Zahl der Mitglieder kletterte um fast 200 auf 1180. Gestern betrug sie 1250.

Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter hatten 2005 in 68 Vorträgen und an 108 Informationsständen über das Kinderhospiz informiert. „Mit 209 Benefizaktionen unterstützen die Bürger den Verein“, berichtete Brock. Damit hatte sich die Zahl der Aktionen für „Löwenherz“ verdreifacht, denn 2004 waren es „nur“ 70 gewesen.

Der Verein habe ein erfolgreiches Jahr 2005 hinter sich, bilanzierte Vorstandsmitglied Heidi Schroeder. Sie hatte sich während der Mitgliederversammlung bei allen Ehren- und Hauptamtlichen sowie den vielen Unterstützern bedankt. Mit dem Spendenergebnis könne man sehr zufrieden sein, hieß es. Die konkrete Summe nannte „Löwenherz“ nicht.

Heidi Schroeder hatte während der Mitgliederversammlung außerdem über eine bauliche Erweiterung des Hospiz-Gebäudes in Syke informiert. Grund: Es habe sich in den ersten beiden Betriebsjahren gezeigt, dass es in einigen Bereichen einfach zu eng ist.

„Die Erweiterung betrifft einerseits die „große Oase’, den Aufenthaltsraum des Kinderhospizes“, heißt es im Pressebericht. „Dort kommt es bei voller Belegung immer wieder zu Engpässen.“ In einem Anbau an der Nordseite sollen ein Kreativraum für Kinder, ein Mehrzweckraum für Rituale und Elternarbeit sowie ein Krankengymnastikraum entstehen. Auch der Seelsorger und die Pädagogen sollen dort angemessene Räume erhalten. Dringend benötigte Lager- und Funktionsräume würden im Keller eingerichtet, hieß es. Beginn der Bauarbeiten: voraussichtlich im März 2007. „Die Erweiterung wird so angelegt, dass sie sich organisch an das bestehende Gebäude und in die Landschaft einfügt“, so Heiner Brock. Die Anzahl der Zimmer für die schwerstkranken Kinder werde dadurch nicht erhöht, „es bleibt nach wie vor bei acht Zimmern“.

Den dritten Geburtstag des Kinderhospizes feiern die „Löwenherzen“ am 23.September von 11 bis 18 Uhr mit einem Tag der offenen Tür – mit allen Interessierten.