Das Kinderhospiz soll wachsen

Syker Kurier 01.09.2006
 
Löwenherz plant Erweiterungsbau für nächstes Jahr / Fertigstellung im September

Von Redakteur Frank Bagdatopulos
 
SYKE. Getränkekisten unter einer Treppe im Flur, nicht benötigte Pflegebetten in einem unbelegten Patientenzimmer: Im Kinderhospiz Löwenherz ist es eng geworden. Vor allem fehlt es an Lagerräumen, aber auch an einem Refugium für die Geschwister der kleinen Patienten. Abhilfe soll ein Erweiterungsbau schaffen, dessen Errichtung für nächstes Jahr geplant ist.

Die acht Pflegeplätze für todkranke und oft schwerst mehrfach behinderte Kinder sind bislang zu 63 Prozent ausgelastet. „Das ist für ein Kinderhospiz im dritten Jahr gut“, betonte gestern Löwenherz-Chefin Gaby Letzing in einem Pressegespräch. In den Schulferien und zum Jahresende steige die Belegung auf 90 bis 100 Prozent. „Wir sind erstaunt und erfreut, dass Familien das Angebot in diesem Ausmaß annehmen“, räumte Letzing ein.

Eigentlich sollte dem ursprünglich nur durch die Erweiterung des „Große Oase“ genannten Aufenthaltsraums Rechnung getragen werden. Doch angesichts des zwischenzeitlich auf Wunsch des Vorstands erstellten Raumkonzepts sei die Entscheidung für eine Erweiterung gefallen, sagte Letzing. Das vor drei Jahren erst in Betrieb genommene, nicht unterkellerte Hospizgebäude sei aber nicht von vornherein zu klein geplant worden. Es habe die derzeitige Größe von rund 900 Quadratmetern nicht überschreiten dürfen – Voraussetzung um staatliche Förderung zu erhalten.
 
Die vorgesehenen Baumaßnahmen sollen die maßgeblich durch Spenden (Spendenaufkommen 2005 laut Letzing: 2,1 Millionen Euro) finanzierte, vereinsgetragene Sozialeinrichtung im nächsten Jahr um rund 400 Quadratmeter vergrößern. Der voll unterkellerte Erweiterungsbau auf der Nordseite soll über Räume für ein Bettenlager, Krankengymnastik und kreatives Arbeiten verfügen. Er ist über einen Gang mit dem Haupthaus verbunden. Pädagogen und Seelsorger erhalten hier eigene Zimmer. Das Herzstück soll ein sechseckiger Mehrzweckraum als Spielzimmer für Geschwisterkinder bilden. Weitere Lagerräume sind im Keller vorgesehen. Um rund 50 Quadratmeter wachsen soll zudem die „Große Oase“, die einen wintergartenartigen Anbau erhält.

Den Gesamtentwurf lieferte das Bremer Büro Klocke & Partner, das schon den ersten Bauabschnitt erstellt hat. Materialien und Geometrie des Neubaus orientierten sich am Vorhandenen, unterstrich Architekt Andree Sachmerda. Die Bauarbeiten sollen im März beginnen, nachdem das Kinderhospiz sein Areal bereits um einen 5000 Quadratmeter großen Grundstücksteil erweitert hat. Während der Bauphase soll der Hospizbetrieb bis auf einen Zeitraum von drei Wochen ab Ende April weiterlaufen. Mit der Fertigstellung wird zum vierten Löwenherz-„Geburtstag“ im September 2007 gerechnet. Damit werde der Raumbedarf mittelfristig gedeckt sein, betonte Letzing auf Nachfrage. Eine Vergrößerung der Kapazität des Hospizes sei nicht geplant.