Tag der offenen Tür mit 5.000 Besuchern und Sozialministerin

Syker Kurier 25.09.2006 
 
Mechthild Ross-Luttmann ließ sich am Sonnabend durch die Räume des Kinderhospizes Löwenherz in Syke führen

Von Verena Bösche
 
SYKE. Es waren bestimmt 5.000 Menschen, die am Sonnabend am Tag der offenen Tür das Kinderhospiz Löwenherz besuchten. Aber über eine Besucherin freute sich Hospizleiterin Gaby Letzing besonders: Über Mechthild Ross-Lottmann, die niedersächsische Sozialministerin.

Zum einen ist es immer wichtig, wenn hoch gestellte Politiker sich für bestimmte Einrichtungen interessieren, aber für Gaby Letzing war es nicht so sehr die Politikerin, sondern in erster Linie der Mensch, der hinter der Sozialministerin steckt und den die Hospizleiterin am Sonnabend persönlich kennen lernte. „Sie sind so einfühlsam, so  spürbar als Mensch“, sagte Gaby Letzing der Ministerin beim Rundgang durch das Hospiz. Gut anderthalb Stunden Zeit nahm sich Mechthild Ross-Luttmann, um sich von Gaby Letzing und Dorothea Bobzin vom Vorstand das Kinderhospiz zeigen zu lassen. Als sich die Ministerin verabschiedete, meinte Letzing spontan: „Ich muss Sie jetzt einfach mal in den Arm nehmen.“ Und so wurde die Ministerin herzlich geknuddelt.

Begeistert stellten die Mitarbeiter von Löwenherz fest, dass die Sozialministerin sich auf diesen Besuch gut vorbereitet hatte und sich mit der Materie befasst hatte. „Für mich ist es der schwerste Beruf der Welt. Ich habe Hochachtung vor den Menschen, die sterbenskranke Kinder betreuen“, schätzte Ross-Luttmann die Arbeit im Hospiz ein. Zu den Betreuern meinte sie: „Sie beherrschen etwas, was uns Politikern viel verloren gegangen ist: Sie können zuhören.“

Zuhören konnte die Ministerin aber sehr gut. Den Ausführungen der Mitarbeiter, der kleinen Freya, die ihr Blumen überreichte, den Leuten von der Suchthilfe der Diakonie Freistatt, die alkoholfreie Drinks anboten und auch den Besuchern, die sich über die mangelnde Unterstützung bei der Kurzzeitbetreuung von Behinderten in Niedersachsen beklagten. Insgesamt herrschte beim Tag der offenen Tür viel Fröhlichkeit. Motorradfahrer des Verein „ToyRun4kids“ drehten mit Kindern kleine Runden, ein Drehorgelspieler begrüßte die Besucher und an einer acht Meter hohen Kletterwand konnten Mutige ihr Geschick ausprobieren.

Erstmals gab es in diesem Jahr auch eine Fahrrad-Sternfahrt von fünf Abfahrtsorten zum Kinderhospiz, an der sich insgesamt etwa 100 Radler beteiligten. Zwei Sonderzüge brachten Gäste aus Richtung Hoya/Bruchhausen-Vilsen zum Kinderhospiz.