Fröhlich und besinnlich

Diepholzer Kreisblatt – 25.5.2007

Vortrag und Eine-Welt-Stand beim Kreisfrauentreffen


WAGENFELD (up) Fröhlich, aber auch besinnlich ging es am Mittwochnachmittag beim Kreisfrauentreffen der 160 Frauen des ev.-luth. Kirchenkreises Diepholz in der Wagenfelder Kaiserhalle zu.

Die drei Kreisfrauen, die im Kirchenkreis für die Frauenarbeit zuständig sind, Ingrid Groneweg-Lemförde, Christa Funk-Sulingen und Renate Kruse-Eydelstedt, begrüßten die Frauen und führten durch das Programm, zu dem neben Singen nach dem Kaffeetrinken ein Vortrag, der Büchertisch des Diakonissen-Mutterhauses Altvandsburg Lemförde und ein Eine-Welt-Stand des Weltladens Barnstorf zählten.

Im Mittelpunkt stand der Vortrag von Diakonin Dorothea Bobzin aus Bremen, die zum Thema "Leben in wachsenden Ringen" sprach. Die Referentin hatte dieses Thema nach dem Gedicht von Rainer Maria Rilke gewählt, in dem es heißt "Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn. Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen, aber versuchen will ich ihn. Ich kreise um Gott, um den uralten Turm, und ich kreise jahrtausendelang; und ich weiß nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm oder ein großer Gesang".

Dorothea Bobzin sprach von unendlicher Trauer, die sie als Kind (durch den Krieg) erlebte und die sie dazu bewegte, später in einer Kinderklinik zu arbeiten und das Kinderhospiz "Löwenherz" mit zu gründen.

Alles hat Anfang, Ende und Mitte, und als sichtbare Zeichen dafür verteilten die Kreisfrauen an die Teilnehmerinnen Baumscheiben mit vielen Ringen. Diese Ringe, so die Referentin, zeigten wie beim Menschen manches von außen, manches aber auch nur von innen sichtbar.

Für den Menschen sei es nach Ansicht Bobzins unmöglich, ohne Liebe aufzuwachsen, auch wenn diese mitunter ein wenig rau sei. Denn Liebe mache frei. Die Referentin beschrieb das Leben vom Kleinkind bis zum alten Menschen und fügte immer wieder eigene Erlebnisse ein. So bilde den ersten Lebensring die Familie mit den Geschwistern als prägende Verbindung, in der vielleicht alle arm waren, dafür innerlich umso reicher.

Bobzin erinnerte an den schweren Wiederaufbau nach dem Krieg (der aber verband), an viel Trauer und Leid mit wachsender Zahl der Ringe, aus denen wir viel lernen könnten und wachsen durch und am Menschen. Sie erinnerte an die verlorene Kindheit und Jugend (durch den Krieg) und an ein Leben von Sehnsucht. Mit wachsenden Ringen gebe es große und bedeutende Herausforderungen durch Beruf (auch Mutter und Hausfrau).

Dorothea Bobzin forderte die Frauen auf, sich den Herausforderungen durch Krankheit und Trauer zu stellen und auch lernen, mit einem Verlust umzugehen. Schließlich gebe es durch die Liebe und Kraft Gottes ein Wachsen im Glauben und eine Hoffnung, die uns stärkt und prägt.