Freude über Resonanz

Geld für Löwenherz wird auch weiterhin benötigt

Rotenburg.  (ww). Im August war es, als die Rundschau auf das Anliegen von Melanie Steffan und Daniel Vogt aufmerksam machte. Die zwei Rotenburger warben damals um Unterstützung für das Kinderhospiz Löwenherz in Syke. "Daraufhin haben sich viele Leute gemeldet“, berichtet Melanie Steffan, die sich über die positive Resonanz freut und hofft, dass es auch weiterhin Hilfe

für die Einrichtung gibt.

Warum engagiert sich das Paar überhaupt für Löwenherz? Das hängt mit ihrer persönlichen Situation zusammen. Tochter Lena, die jetzt gerade ihren ersten Geburtstag feierte, ist unheilbar krank. Sie leidet - vereinfacht ausgedrückt - an einer äußerst seltenen Speichererkrankung, bei der dem Körper Enzyme fehlen, die die Energie aufschlüsseln. Folge: Lena ist extrem geschwächt. Ihre Lebenserwartung, so berichtet ihre Mutter, schätzen die Ärzte auf nur zwei Jahre.

Für Kinder wie die kleine Lena ist das Hospiz in Syke gedacht. Dort werden schwer und unheilbar kranke Mädchen und Jungen liebevoll versorgt. Sie werden gemeinsam mit ihren Eltern aufgenommen, die selbst entscheiden können, wieviel Pflege sie bei ihren Kindern übernehmen wollen. Die Eltern können sich eine zeitlang von der täglichen Belastung erholen und Kraft schöpfen, das kranke Kind ist gut versorgt, die Geschwister werden nicht von der Familie getrennt. Für die kranken Mädchen und Jungen ist Löwenherz ein Ort, an dem sie Liebe und Geborgenheit erfahren - auch außerhalb ihrer eigenen Familie. Die Begleitung am Lebensende ist ebenfalls vorgesehen.

Auch das Paar aus Rotenburg war bereits mehrfach in der Einrichtung zu Gast – und es fühlte sich dort sehr gut aufgenommen und aufgehoben. So gut, dass es sich im August dazu entschloss, um Hilfe zu werben. Nicht, um Mitleid für das persönliches Schicksal der Familie zu erhaschen, sondern um auf das Hospiz aufmerksam zu machen, das für seinen Betrieb Jahr für Jahr mehrere hunderttausend Euro benötigt.

Nach dem Aufruf in der Rundschau, sich für Löwenherz zu engagieren, ging es der kleinen Lena allerdings schlechter und sie musste ins Krankenhaus. Klar, dass die Eltern da ganz andere Sachen im Kopf hatten und nicht für all die, die helfen wollten, erreichbar waren. Trotzdem gab es viele Anrufe, die sich erkundigten, wie man dem Hospiz unter die Arme greifen kann. Noch heute suchen Interessierte Kontakt zu Melanie Steffan. Beispielsweise rief eine Frau an, die in diesem Jahr auf Geschenke innerhalb der Firma verzichten und stattdessen 2.500 Euro auf das Konto von Löwenherz spenden will. Die Inhaberin eines Second-Ladens für Kinderbekleidung aus Sittensen stellte zudem eine Spendenaktion mit Tombola auf die Beine.

Auch so mancher aus dem persönlichen Umkreis des Paares spendete. Die Eltern der kleinen Lena freuen sich über die Resonanz. Noch mehr freuen sie sich natürlich darüber, dass es ihrer Tochter - nach der zwischenzeitlich schlechten gesundheitlichen Phase – in der Vorweihnachtszeit einmal richtig gut geht. "Sie brabbelt und lacht, kuschelt und hüpft“, erklärt Steffan. Und der erste Geburtstag des Mädchens wurde mit Luftballons und allem Drum und Dran gefeiert.

Im Januar geht es für Mutter und Kind noch einmal zur Erholung ins Hospiz. Auch in der Einrichtung, so erzählt sie, sei ihr Engagement erfreut zur Kenntnis genommen worden. Wer Löwenherz unterstützen möchte, kann auf folgendes Konto spenden: Kinderhospiz Löwenherz e.V., Kontonummer 11 100 999 99, BLZ 291 517 00, Kreissparkasse Syke.
 

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