Kinder spielen für Löwenherz

Drei junge Keyboarder wollen Geld für das Kinderhospiz sammeln
 
VERDEN.
Vor Publikum macht ihm das Spielen einfach mehr Spaß. Michael Holzmann (8) hatte eigentlich geplant sein Keyboard in der Verdener Fußgängerzone aufzubauen um sein „Aloha-Lied zum Besten zu geben, aber damit war Mama Viktoria Holzmann nicht ganz einverstanden. So hat sie kurzerhand ein richtiges kleines Konzert für ihren Sohn organisiert, der gestern mit zwei Musikerkollegen in der Kindertagesstätte in der Neißestraße spielte.

Das war gleichzeitig auch ein kleines Wiedersehen, denn sowohl Michael als auch Sabrina Ernst (7) und Stefan Michel (10) verbrachten dort ihre Kindergartenzeit. „Die drei kennen sich von damals und jetzt sehen sie sich wieder regelmäßig bei ihren Musikstunden in der Kreismusikschule“, sagt Viktoria Holzmann. Michael spielt seit zwei Jahren, Sabrina und Stefan sind seit letztem Jahr dabei. Bei Stefan kam das so, erklärt er: „Eine Bekannte von uns hatte keine Lust mehr, und da hat sie mir das Keyboard einfach geschenkt.“ Das alte Übungsbuch bekam er von Michael – und jetzt muss er nur noch irgendwie alleine die Oktavensprünge üben, „die sind nämlich echt schwierig“.

So richtig aufgeregt ist eigentlich keiner der drei Nachwuchsmusiker, ihre mitgereisten Eltern dagegen umso mehr. Mit Videokamera und Fotoapparat stehen sie schon eine Viertelstunde vor Beginn in der ersten Reihe, und Viktoria Holzmann  zwingt sich zwischendurch immer mal wieder, ganz tief durchzuatmen.

Dreißig Minuten wird das Konzert dauern, Michael, Sabrina und Stefan spielen jeweils einzeln Kinderlieder, Klassiker wie „Oh When The Saints“ und Evergreens wie „House Of Rising Sun“. Das Programm hat ebenfalls Mama Viktoria zusammengestellt, die sich dabei an den Lieblingsliedern ihrer Schützlinge orientierte.

Die Vorstellung in der Kita soll nur der Auftakt einer ganzen Konzertreihe sein. Als Nächstes will die Gruppe durch die Altenheime der Region touren um weiterhin Geld für das Kinderhospiz „Löwenherz“ in Syke zu sammeln. „Dass wir für einen guten Zweck spielen wollen, war von Anfang an klar“, meint Viktoria Holzmann. Am Ende der Konzertreihe, so stellt sie sich vor, sollen die Kinder einen symbolischen Scheck an das Hospiz überreichen – und natürlich auftreten.