Ereignisreiches Jahr für "Löwenherz"

Pressemitteilung - Syke, 21.5.2008

Verein besteht zehn Jahre - Mitgliederversammlung in Syke
 
Syke - Auf ein ereignisreiches Jahr blickte der Verein Kinderhospiz Löwenherz e.V. am Dienstag Abend auf seiner Mitgliederversammlung in Syke zurück. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen eine Chronik der vergangenen zehn Jahre und die Ehrung der Gründungsmitglieder. Denn vor zehn Jahren – am 20. Mai 1998 – wurde der Verein gegründet. Und am 20. September feiern die Löwenherzen den fünften Geburtstag des Kinderhospizes mit einem Tag der offenen Tür und einem Fest. Auch für die nächsten Jahre sind zahlreiche neue Aktivitäten geplant.

Das Verein „Kinderhospiz Löwenherz“ war im Mai 1998 von 24 Gründungsmit-gliedern ins Leben gerufen worden. Ihr Ziel: Bau eines Kinderhospizes für unheilbar kranke Kinder und ihre Familien. Eine weitere Aufgabe war es, die Bevölkerung über das Thema unheilbar kranke und sterbende Kinder zu informieren. Denn damals kam dieses Themen in der Öffentlichkeit kaum vor. „Wir freuen uns und sind auch ein bisschen stolz darauf, dass Löwenherz dazu beigetragen hat, dieses Tabuthema mehr ins Bewusstsein zu bringen“, sagte Initiatorin und Vereinsvorsitzende Gaby Letzing. Seit der Gründung des Vereins hat sich „Löwenherz“ rasant entwickelt: Inzwischen gibt es mehr als 1 350 Mitglieder, der ambulante Kinderhospizdienst  „Löwenherz Bremen und Umzu“ wurde aufgebaut und seit Februar dieses Jahres gibt es die „Stiftung Kinderhospiz Löwenherz“.

Die Nachfrage nach einem Aufenthalt im Kinderhospiz steigt: Im vorigen Jahr kamen 109 verschiedene Kinder zu Löwenherz, davon 31 Kinder zum ersten Mal. Damit erreichte man eine Kinder-Belegung von fast  80 Prozent, erläuterte Gaby Letzing. Das war eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 8, 5 Prozent. Auch in diesem Jahr ist die Nachfrage von Familien nach einer Entlastung sehr stark. Bis Ende April kamen bereits 72 Kinder zu Löwenherz, davon 19 Kinder zum ersten Mal.

In ihrem Rechenschaftsbericht gab Vereins-Geschäftsführerin Barbara Frerker einen Rückblick über das vergangene Jahr. So wurde auf der Mitgliederversammlung zum ersten Mal der aus 20 Mitgliedern bestehende Vereinsrat gewählt. Aus diesem Kreis wählten die Mitglieder den Vorstand: Gaby Letzing, Dorothea Bobzin und Elke Gruppe wurden bestätigt, Tina Oelker und Dirk Lundström kamen neu hinzu.
Der Umbau des Speise- und Aufenthaltsraumes, der Großen Oase, und der Erweiterungsbau im Kinderhospiz, der am 14. November eingeweiht wurde, verursachte viel Staub und Lärm – und zehrte oft an den Nerven. „Doch Mitarbeiter und Gäste freuen sich, dass sie nun mehr Platz haben. Der Krankengymnastikraum ist wesentlich größer. Es gibt Büros, einen Kreativraum für Geschwister und den neuen Mehrzweckraum „Lichtblick“ für Treffen, Besprechungen und Rituale. Platz, den wir dringend gebraucht haben“, berichtete Barbara Frerker.  

Im Juni wurde zunächst die unselbständige Stiftung „Kinderhospiz Löwenherz“ gegründet, die später in eine selbständige Stiftung umgewandelt und am 10. Februar dieses Jahres offiziell ins Leben gerufen wurde. „36 Gründungsstifter unterstützen den Start, so dass wir mit einem Stiftungskapital von knapp 700.000 Euro beginnen konnten. Dies ist ein guter Grundstock, um die Stiftung wachsen zu lassen, damit das Kinderhospiz langfristig durch die Stiftung unterstützt wird“, meinte die Geschäftsführerin. Einen großen Anteil hatte ein Scheck von Radio ffn über mehr als 320. 000 €. Das Geld war bei einer Aktion des Senders zusammen gekommen.    

Der „Ambulante Kinderhospizdienst Löwenherz Bremen und Umzu“ wurde gegründet. Die Leitung dieses Bereichs hat Fanny Lanfermann übernommen. Im Oktober wurden in Bremen die Büroräume des ambulanten Dienstes in der Elsasser Straße 61/63 eröffnet. Im Januar begann der Aufbau der ambulanten Kinderhospiz-arbeit in Niedersachsen, um die vorhandenen Hospizdienste in Niedersachsen zu vernetzen und interessierte Ehrenamtliche dieser Dienste zu schulen. Barbara Frerker: „Wir wollen damit erreichen, dass die schwerkranken Kinder  in Niedersachsen auch flächendeckend eine qualifizierte Begleitung zu Hause erhalten“.  Da immer mehr unheilbar kranke Jugendliche einen Hospizplatz benötigen, entwickelt Löwenherz ein Konzept zur „Jugendhospizarbeit“. Eine Arbeitsgruppe sammelt dazu umfassende Informationen. Im Januar hat der Verein ein Grundstück in der Plackenstraße in Syke gekauft, auf dem ein Schulungs- und Begegnungszentrum entstehen soll. Auch die Büroräume des Vereins sollen dort ihr neues Zuhause finden. Auf Vorschlag der Ehrenamtlichen soll dieses Haus „Treffpunkt Löwenherz“ heißen.

Barbara Frerker dankte den zahlreichen Spendern, Helfern und anderen Unterstützern für ihr Engagement. „Viele Menschen haben uns auch mit Benefizaktionen unterstützt“, sagte sie. „Insgesamt gab es 146 davon an der Zahl. Und unsere ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben an 168 Spendenübergaben mit Privatpersonen, Firmen, Konfirmanden-gruppen und anderen Gemeinschaften mitgewirkt. Wir freuen uns sehr über die  überwältigende Resonanz aus der Bevölkerung. Wir sind froh und dankbar, dass sich so viele Menschen für die Kinderhospizarbeit engagieren“. Im Durchschnitt unterstützten 154 Ehrenamtliche den Verein in diversen Bereichen.

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 PM_Loewenherz_Mitgliederversammlung_zum_zehnjaehrigen_Bestehen_21_05_08.pdf