Jubiläum beim Kinderhospiz „Löwenherz“

Pressemitteilung - Syke, 18. 5. 2008

Jubiläum beim Kinderhospiz „Löwenherz“

Verein vor zehn Jahren gegründet – Kinderhospiz besteht fünf Jahre

Syke – Das Kinderhospiz „Löwenherz“ in Syke (Kreis Diepholz) feiert in der kommenden Woche Jubiläum: Denn vor zehn Jahren – am 20. Mai 1998 – wurde der Verein gegründet. Und am 20. September feiern die Löwenherzen gemeinsam mit Freunden und Unterstützern den fünften Geburtstag des Kinderhospizes mit einem Tag der offenen Tür und einem Fest. 

„Es ist unglaublich, auf welche Resonanz wir in der Bevölkerung mit unserer Idee gestoßen sind und wie groß die Unterstützung seitdem ist“, sagte Gaby Letzing, die Initiatorin von „Löwenherz“ und Leiterin des Kinderhospizes. „Dafür möchten wir uns bei allen Menschen herzlich bedanken“. Es sei nicht selbstverständlich, immer wieder eine so große Hilfsbereitschaft und ein so großes Interesse zu erhalten. „Und zugleich staunen wir alle, wie schnell die zehn Jahre an uns vorbei geflogen sind“. 

Das Kinderhospiz Löwenherz richtet sich an Kinder Krankheiten, bei denen eine Heilung nach dem heutigen Stand der Medizin ausgeschlossen ist. Es hat acht Plätze für schwerstkranke Kinder sowie acht Zimmer für Eltern und Geschwister. Die Familien können gemeinsam für einige Tage oder Wochen zu Gast sein. Der Aufenthalt hat das Ziel, die Familien zu entlasten und zu stärken. Denn die Eltern sichern die Pflege ihres Kindes rund um die Uhr, häufig über Monate oder Jahre. Sie brauchen eine Einrichtung, um mal wieder durchatmen zu können – und wo das Kind zugleich nach ihren Wünschen versorgt und gepflegt wird, damit sie anschließend wieder gestärkt nach Hause zurückkehren können.

Kinder, die mit ihrer Familie zu „Löwenherz“ kommen, haben sehr unterschiedliche Krankheitsbilder. Dazu gehören Herzerkrankungen, Hirnschädigungen während der Geburt oder durch einen Unfall, Stoffwechselstörungen, schwere angeborene Fehlbildungen, Chromosomen- und fortgeschrittene Krebserkrankungen. Notwendige Voraussetzung für die Aufnahme: Ein Arzt muss bescheinigen, dass die Krankheit lebenslimitierend ist.

Das Verein „Kinderhospiz Löwenherz“ war im Mai 1998 von 24 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen worden. Ihr Ziel: Der Bau eines Kinderhospizes für unheilbar kranke Kinder und ihre Familien und die Bevölkerung über das Thema schwerstkranke Kinder und ihre Familien zu informieren. Denn damals kam dieses Themen in der Öffentlichkeit kaum vor. „Wir freuen uns und sind auch ein bisschen stolz darauf, dass wir dazu beigetragen haben, dieses Tabuthema mehr ins Bewusstsein zu bringen“.

Seit der Gründung des Vereins hat sich „Löwenherz“ rasant entwickelt: Inzwischen gibt es mehr als 1 300 Mitglieder, der ambulante Kinderhospizdienst ein „Löwenherz Bremen und Umzu“ wurde aufgebaut und seit Februar dieses Jahres gibt es die „Stiftung Kinderhospiz Löwenherz“.

Die Nachfrage nach einem Aufenthalt im Kinderhospiz steigt: Im vorigen Jahr kamen 110 verschiedene Kinder zu Löwenherz, davon 31 Kinder zum ersten Mal. Damit erreichte man eine Kinder-Belegung von fast  80 Prozent, erläuterte Gaby Letzing. Das war eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 8, 5 Prozent. „In diesem Jahr liegen wir bei der geplanten Belegung schon jetzt über 80 Prozent“. Bis Ende April kamen 72 Kinder zu Löwenherz, davon 19 Kinder zum ersten Mal.

Im Herbst ist zum ersten Mal eine spezielle Woche für Jugendliche geplant. Die Nachfrage hat die Initiatoren völlig überrascht. Gaby Letzing: „Bereits am zweiten Tag, nachdem wir die Buchungsliste geöffnet haben, waren alle Plätze ausgebucht. Wir mussten sechs Jugendliche auf eine Warteliste setzen“. Das zeige, wie groß die Nachfrage nach Plätzen für Jugendliche nach geeigneten Hospizplätzen sei. Denn für sie gibt es bisher passendes Angebot. 

PM_Loewenherz_Zehn_Jahre_18_5_08.pdf