Neuer Weg bei der medizinischen Versorgung

Pressemitteilung - Syke, 11.12.08

Kooperation mit dem Klinikum Links der Weser in Bremen

Syke – Mit einer besonderen Kooperation wird im Kinderhospiz Löwenherz die Versorgung der unheilbar kranken Kinder sichergestellt: In Zusammenarbeit mit dem Klinikum „Links der Weser“ in Bremen (LdW) sind seit kurzem zwei Ärztinnen in zweiwöchigem Wechsel jeweils drei Tage im Kinderhospiz, um die kranken Kinder zu behandeln. Die restliche Zeit ihrer halben Stelle arbeiten sie in der Klinik in der Akutversorgung, um sich als Fachärzte für Pädiatrie weiterzuqualifizieren. Der Vertrag ist zunächst für zwei Jahre abgeschlossen.

Judith Hildebrandt und Dominique Bartelheimer waren vorher in der Kinderklinik des Diakonie-Krankenhauses in Rotenburg/Wümme beschäftigt. „Wir wollten in diesem Bereich weiterarbeiten und haben die Ausschreibung von Löwenherz gesehen“, erläutert Dominique Bartelheimer. Im Kinderhospiz sei es ganz anders als in der Klinik, beschreibt sie den Unterschied. „Dort hat man wenig Zeit, es gibt nicht so ein Teamgefühl wie bei Löwenherz. Ich habe das Gefühl, hier in ein sehr gutes und kompetentes Team zu kommen, wo alles sehr gut organisiert und durchdacht ist. Es sind auch die unterschiedlichen Therapeuten alle vor Ort. Das ist schon etwas ganz besonderes. Man hat auch mehr Zeit, die Einzelprobleme der Kinder intensiver zu besprechen und zu behandeln“. Das ganzheitliche Konzept bei Löwenherz und die intensive Versorgung der Kinder sei ungewöhnlich. „Es ist schön, so etwas zu erleben“, so Judith Hildebrandt. Besonders gefalle ihr, dass sie durch die Kooperation das Systemische aus dem Kinderhospiz mit der Akutmedizin im LdW verbinden könne.

Dass die Eltern bei der Behandlung ihrer kranken Kinder bei Löwenherz direkt einbezogen werden, ist für beide Ärztinnen völlig normal. „Es ist gut, wenn die Eltern mit ganz konkreten Fragestellungen zu uns kommen, wie zum Beispiel: Was können wir machen, damit das Kind weniger Spastiken hat, die epileptischen Anfälle nicht so häufig auftreten oder nicht so unter Schmerzen leidet“?. Eigentlich gehe es bei der Behandlung gar nicht ohne Eltern, sind die Ärztinnen überzeugt – auch aus eigener Erfahrung. Denn sie haben beide jeweils zwei kleine Kinder.

Die Anwesenheit einer Ärztin im Kinderhospiz ermögliche es Eltern manchmal auch, neue Methoden und Therapien für ihr Kind auszuzuprobieren ohne dafür gleich in die Klinik zu fahren. „Wir können die Kinder dann hier anders mit Medikamenten einstellen und sehen, wie sie darauf reagieren“, beschreibt Judith Hildebrandt eine neue Möglichkeit. Und oft gehe es auch darum, über die Vorbehalte und schlechten Erfahrungen der Eltern mit Kliniken und Ärzten zu sprechen. „Hier ist der Platz darüber zu reden, hier können Eltern auch medizinische Fragen stellen. Und es werden neue Türen geöffnet, um andere Versorgungsmöglichkeiten auch für schwerste Krankheiten auszuprobieren“. Bei Problemen stehe Oberarzt Dr. Konstantin Papakostas vom LdW zur Verfügung, den sie bei schwierigen Entscheidungen zu Rate ziehen können. Bei Bedarf kommt er auch selbst ins Kinderhospiz.

Die Kooperation mit dem Klinkum Links der Weser, das zum Klinikverbund „Gesundheit Nord“ gehört, biete große Vorteile, beschreibt Marion Reimers, die stellvertretende Leiterin des Kinderhospizes: „Wir stellen auf diese Art und Weise sicher, dass immer eine ärztliche Versorgung gewährleistet ist. Selbst wenn eine Ärztin krank ist oder Urlaub hat, ist die Versorgung garantiert“. Und durch die Zusammenarbeit mit der Klink könnten zugleich die neuesten Erfahrungen und Entwicklungen in der Medizin auch bei Löwenherz angewendet werden.
 

 PM_Neuer_Weg_bei_aerztlicher_Versorgung_11_12_08.pdf

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