Warnung vor angeblichem Spendensammler

Pressemitteilung - Bremen, 25.6. 2008

Kinderhospiz Löwenherz stellt Strafanzeige – drei Fälle bekannt

Syke – In Bremen und dem Umland ist ein angeblicher Spendensammler für das Kinderhospiz Löwenherz unterwegs. Der junge Mann tritt unter dem Namen „Sebastian Stöver“ auf und gibt vor, für Löwenherz Spenden zu sammeln. „Der Mann hat nichts mit dem Kinderhospiz nichts zu tun“, erklärte Fanny Lanfermann, Leiterin des ambulanten Kinderhospizdienstes Löwenherz Bremen und Umzu. „Er ist nicht in unserem Auftrag unterwegs und gehört auch nicht zu den ehrenamtlichen Mitarbeitern. Wir haben bei der Polizei Strafanzeige wegen Betruges gestellt“, teilte sie am Mittwoch mit. Mehrere aufmerksame Bürger hatten sich über das Vorgehen des Mannes gewundert und im Vereinsbüro des Kinderhospizes angerufen. Fanny Lanfermann: „Wir danken den Bürgern, dass sie uns informiert haben, denn nur so können wir diese Aktion stoppen“.
Am Montag kam „Sebastian Stöver“ zwischen 9.30 und 10.00 Uhr in Bremen in eine Maschinenbaufirma und behauptete, ein Kind des Besitzers des benachbarten „Cafe del Sol“ hätte einen Sohn, der im Kinderhospiz liege. Sie hätten bereits 5000 Euro gespendet und ihn als Zivildienstleistenden des Kinderhospizes gebeten, ebenfalls Spenden zu sammeln. Er habe einen Personalausweis hochgehalten und gesagt, sie könnten sich die Nummer aufschreiben (was sie leider nicht taten). Er behauptete, er kenne den Kontaktpolizisten des Stadtteils – den könnten sie gerne anrufen. Er zeigte Stempel von andern Firmen vor, die bereits gespendet hätten. Die angesprochene Frau spendete daraufhin 50 Euro. Sie beschrieb den Mann folgendermaßen: Etwa 20 Jahre, „Gesicht wie ein Engel“, ca. 1,80 m groß und Babyspeck im Gesicht, große blaue Augen, blonde, wellige Haare, nicht ganz kurz, gut angezogen, hatte einen Rucksack dabei. Wirkte sehr vertrauenswürdig.
Ebenfalls am Montag betrat der Mann am frühen Nachmittag in Bremen ein Geschäft für Innenausstattung. Beschreibung: Anfang 20, „moppelig“, ca. 1,80 m, sympathische Ausstrahlung. Er behauptete, er würde für Löwenherz sammeln, hatte Stempel verschiedener Firmen dabei, notierte die jeweiligen Spendensummen und versprach, dass alle Spender eine Anzeige (13x10) im Weserkurier bekommen würden mit Nennung der jeweiligen Firma, die gespendet hat. Er wollte einen Tag später wiederkommen und Quittungen vorbeibringen. Die Firmen sollten bis dahin ein paar Zeilen für den Anzeigentext formulieren. Natürlich kam er nicht wieder. Die angesprochene Frau spendete 30 Euro.
Bereits am 7. Juni betrat „Sebastian Stöver“ in Achim in ein Teegeschäft und erzählte, dass er bei einer Benefizaktion für Kinderhospiz Löwenherz mitmachen wolle. Es würden Runden im Weserstadion gelaufen; pro Runde sollte ein Euro gespendet werden. Er wolle fünf Runden laufen. Die Inhaberin gab ihm 5 Euro. Er kündigte an, wiederzukommen und ein Heft vorbeizubringen, in dem alle Sponsoren genannt würden. Er kam nicht wieder.


 PM_Loewenherz_Betrueger_unterwegs_25.6.08.pdf