Kinderhospiz distanziert sich von dubiosen Spendensammlern

Quelle: Evangelischer Pressedienst, 18.12.2008

Syke/Lüneburg (epd). Der Verein "Kinderhospiz Löwenherz" hat Anzeige gegen als dubios geltende Spendensammler gestellt. Löwenherz distanziere sich von dem Verein "Gegen Kinder Armut e. V.", der zurzeit in Bremen und anderen Städten angeblich auch für das Kinderhospiz sammle, sagte Geschäftsführerin Barbara Frerker am Mittwoch in Syke bei Bremen: "Wir haben von diesem Verein keinen einzigen Euro erhalten und wollen mit ihm auch nichts zu tun haben." Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt nach Angaben einer Sprecherin bereits seit längerem gegen die Vorsitzenden des Vereins und ließ dessen Räume durchsuchen. Der Vorwurf lautet auf Untreue.

Der Verein mit Sitz in Bardowick bei Lüneburg hieß bis zum Sommer noch "Kinder in Not e.V." Laut Frerker hat er sich nach kritischen Presseberichten umbenannt: "Die Vorsitzenden und die Methoden sind aber nach wie vor dieselben." Im Auftrag des Vereins seien seit einigen Tagen in Bremen mehrere Geldsammler unterwegs. In Lüneburg darf der Verein unterdessen nur noch unter strengen Auflagen der Stadt sammeln. Zur Begründung hieß es, Verbraucherzentralen warnten vor Spenden an den Verein, und es gebe gesicherte Hinweise darauf, dass nur ein sehr geringer Teil der Spenden dem vorgegebenen Zweck zugute komme.

Nach der Lüneburger Verfügung von Ende November müssen unter anderem die Spendendosen des Vereins durchnummeriert und von der Stadt verplombt werden. Das Geld aus den Dosen darf nur unter städtischer Aufsicht gezählt werden. Der Verein muss innerhalb eines Monats belegen, wofür das Geld verwendet wird. Die Sammler seien seitdem in Lüneburg nicht mehr unterwegs, sagte ein Stadtsprecher. Der Verein habe jedoch gegen die Auflagen ein Eilverfahren vor Gericht angestrengt. Mehrere andere Kommunen interessierten sich bereits für die Lüneburger Regelung.

Das Kinderhospiz Löwenherz teilte mit, der Bardowicker Verein habe die Einrichtung früher mit insgesamt 500 Euro unterstützt. Nachdem Anfang des Jahres mehrere Anrufer mitgeteilt hätten, dass es sich um einen unseriösen Verein handele, habe das Hospiz darum gebeten, die Unterstützung einzustellen, sagte Frerker: "Als wir im März dennoch erneut 100 Euro erhielten, haben wir diesen Betrag umgehend zurücküberwiesen."