Wenn Kinder sterben

Quelle: Hessisch-Niedersächsische Allgemeine, 24.10.2008

Erstmals begleiten Kinderhospizhelferinnen Familien auf ihrem schweren Weg

Von Gwendolyn Träger

Altkreis Münden - Familien, die ein Kind verlieren und in den letzten Lebenswochen begleiten, sind in einer extrem belastenden Situation. Eltern und Geschwister werden Tag und Nacht gefordert. Hinzu kommt die Angst vor dem Tod des schwerkranken Kindes, der definitiv kommen wird, die Frage ist nur wann. Ehrenamtliche Kinderhospitzhelfer begleiten Familien in dieser schwierigen Lebensphase. So auch Margit Kaulitz aus Landwehrhagen und Edith Witzmann aus Jühnde.
Ab sofort sind die Frauen im Altkreis Münden ehrenamtlich in der ambulanten Kinderhospizarbeit tätig. Sie helfen betroffenen Familien, die schwere Last zu tragen.

Individuelle Hilfe

„Wir kümmern uns um das kranke Kind, das Geschwisterchen und auch die Eltern, wenn das gewollt ist“, sagt Margit Kaulitz. Ganz individuell geht sie mit Kollegin Edith Witzmann auf die Situationen der Familien ein. „Wir helfen und unterstützen, wo wir können. Sei es, dass wir uns mit dem schwerkranken Kind beschäftigen, mit dem Bruder spielen oder der Mutter beim Aufräumen helfen.“

Einmal die Woche besuchen die Kinderhospizhelferinnen Familien, bei Bedarf auch öfter. Wichtig ist dabei: „Wir geben keine medizinische Hilfe, dafür ist der Pflegedienst zuständig und dem wollen wir nicht dazwischen funken.“ Stattdessen leisten die Frauen ergänzend zu diesem psychosoziale Arbeit. „Sie reden mit Betroffenen, hören zu und helfen, die Belastung auf mehrere Schultern zu verteilen“, sagt Eva Maschinski von der Beratungsstelle Alpha. „Es geht darum, den todkranken Kindern helle und fröhliche Stunden zu bieten.“ Eine schwere Aufgabe. „Ein Honigschlecken ist das sicherlich nicht“, sagt Witzmann. „Aber es ist schön, etwas für die Kinder zu tun und ihnen eine Freude machen zu können“, sagt Kaulitz. Das Kinderhospiz Löwenherz und der Hospitzdienst Alpha ermöglichten den Frauen, die selber Mütter sind, die Weiterbildung. Sie wurden sechs Wochenenden geschult, haben viel über Krankheiten und den Umgang mit dem Tod bei Kindern gelernt. „Wir helfen an der richtigen Stelle“, sind die Helferinnen sich einig. Und: „Wir tun das mit Herz.“

Hintergrund: Hospizdienst Alpha
Alpha heißt der Ambulante Hospitzdienst des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises. Er bietet Begleitung für Schwerkranke, Sterbende und deren Angehörige an. Auch Trauerarbeit gehört zum Alpha-Angebot. Kontakt und Informationen: Ziegelstraße 16, Hann.Münden. Telefon: 05541-981919, E-Mail: alpha.muenden(at)evlka.de. Internet:www.beratungsstelle-alpha.org