Ritt in die Hauptstadt für „Löwenherz“

Quelle: neue-oz.de 5. Mai 2008


mf Meppen.

Mit einem besonderen Anliegen werden Westernreiter aus dem Emsland in den nächsten Tagen Menschen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin konfrontieren: Sie werben um Spenden für das Kinderhospiz „Löwenherz“ in Syke.

Die Idee hatte Richard Roosmann. Der Werlter arbeitete vor zwei Jahren im Rettungsdienst. „Dort erzählte mir ein Kollege vom Kinderhospiz Löwenherz in Syke. Mit ein paar Freunden haben wir es uns beim Tag der offenen Tür angeschaut und uns entschlossen zu helfen.“ Der Ritt nach Berlin war vorzubereiten, es mussten Sponsoren und Helfer gefunden werden. So gingen nach dem Motto „Westernreiter sind zäh“ zwei Jahre ins Land, bis gestern unter starker Beteiligung von Reiterfreunden der Aufbruch zum ersten Etappenziel Vrees erfolgte.

„Pferde mag ich“, sagte Pater Rudolf Bleischwitz, der nach einer kleinen Andacht die Rösser und Reiter persönlich verabschiedete. Meppens Bürgermeister Jan Erik Bohling sagte, er sei froh, dass es die Reiter es auf sich nähmen, für ein so wichtiges Anliegen wie das Wohl schwer kranker Kinder und ihrer Angehörigen zu werben und Spenden zu sammeln, die das Kinderhospiz dringend brauche. Stolz zeigte er sich drauf, dass es so viele emsländische Sponsoren gibt. Der Leiterin des ambulanten Kinderhospizdienstes, Fanny Lanfermann, überreichte er einen Beitrag der Stadt Meppen.

Die natürlich im Westernlook gekleideten Reiter wollen, begleitet von einem Planwagen, rund 600 Kilometer zurücklegen, bis sie in Berlin sind, wo sie vom Schirmherrn, dem Staatssekretär im Bundesfamilienministerium Dr. Hermann Kues, am 26. Mai begrüßt werden. Von den 22 Tagen sind 18 als Reittage mit Strecken von jeweils 25 bis 35 Kilometern veranschlagt. Natürlich besuchen sie auch das Kinderhospiz Löwenherz in Syke, Kreis Diepholz. Das Hospiz hat acht Plätze für unheilbar kranke Kinder sowie acht Zimmer für deren Eltern und Geschwister. Jährlich kommen bis zu 150 Familien in die Einrichtung, in der zeitweilig Kinder, die aufgrund schwerer Erkrankungen rund um die Uhr Hilfe brauchen und bei denen nach dem heutigen Stand der Medizin eine Heilung ausgeschlossen ist, betreut werden, um zeitweilig die Angehörigen zu entlasten. Außerdem gibt es seit kurzem ein ambulantes Betreuungsangebot.

Angekündigt wurde am Starttag die große Abschlussveranstaltung des Benefizritts am 14. Juni, 20 Uhr, im Saal Witte in Haren. Am 20. September feiert das Kinderhospiz „Löwenherz“ von 11 bis 18 Uhr mit einem „Tag der offenen Tür“ sein fünfjähriges Bestehen.