Fröhlicher Tag mit Momenten der Einkehr

Quelle: Syker Kurier, 22.09.2008

Kinderhospiz Löwenherz feierte seinen fünften Geburtstag mit und 5000 Gästen und buntem Programm

Von Renate Schörken

Syke. Für ein paar Stunden waren sie alle Löwenherzen: 5000 Geburtstagsgäste – Freunde, Förderer, Mitarbeiter, Ehrenamtliche und die Hausbewohner im Kinderhospiz Löwenherz – feierten am vergangenen Sonnabend gemeinsam das fünfjährige Bestehen der Einrichtung in der Straße Siebenhäuser.

Und das ein jeder auf seine Weise. Ausgelassen im Festzelt, schwitzend an der hohen Kletterwand, im kühlen Fahrtwind eines Bikes oder still zurückgezogen in einem lauschigen Winkel des idyllischen Gartens.

Festprogramm mit viel Musik
Der Hospiz-Verein hatte nicht nur ein abwechslungsreiches Festprogramm mit viel Musik zusammengestellt, sondern auch das Hospiz für alle Interessierten geöffnet. Ein Rundgang durch alle Räume und den Garten der Erinnerung sorgte für die sehr nachdenklichen Momente an diesem fröhlichen Tag.

Viele waren gekommen, um ihre Verbundenheit zu beweisen. Fähnchen, Käppis, Aufkleber und Sticker verrieten: Ich gehöre dazu. Zu den Gratulanten gesellten sich auch der niedersächsische Wirtschaftsminister Walter Hirche (der, wie gestern berichtet, mit einem Spendenscheck über 11 111 Euro gekommen war) und der Abgeordnete Frank Mindermann. Bei einem Rundgang mit der Vorsitzenden Gaby Letzing wanderten die Politiker durch Räuberhöhle, Hexenküche und die Große Oase, warfen einem Blick in das Wolkennest, in dem gerade Anton wohnt, oder in Neles Kirschblütental. Sie waren beeindruckt von der wohltuenden Atmosphäre im Haus, von der liebevollen Ausstattung, die bis in jedes kleinste Detail erdacht wurde, um den todkranken Kindern Linderung zu bringen.

Viel Liebe spüren
„Sehr nachdenklich“ gab sich Hirche im Interview mir der Schauspielerin Janette Rauch, die wie schon so oft die Schirmherrschaft übernommen hatte und das Unterhaltungsprogramm auf der Bühne moderierte. Im Umgang mit den Todkranken und ihren Familien sei viel Liebe zu spüren, hatte Rauch festgestellt und der Minister dazu genickt. „Es ist beeindruckend, wie viel Freude herrscht an diesem Ort, wo Kinder sterben.“

Radelnde Sternfahrer
Während die radelnden Sternfahrer aus allen Richtungen eintrafen, die Rennradler aus Bremen, Barrien und Kirchweyhe zu ihrer zweiten Tour de Löwenherz starteten, war bereits im Festzelt der Löwe los. Maskottchen Maximilian hielt es nicht mehr auf seinem Platz. Er schwenkte zu Rock´n´Roll, fröhlichem Chorgesang, swingender Blasmusik, mitreißendem Karibik-Sound, Hip-Hop, fetten Beats und dröhnenden Bässen die Tatzen.