Wenn das eigene Kind langsam stirbt

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 29.05.08

Hospiz ist nun auch für Minderjährige im Einsatz

Osnabrück - Rund 2000 Kinder und Jungendliche erkranken jährlich in Deutschland an Krebs oder einer anderen lebensbedrohlichen Krankheit. Trotz verbesserter Behandlungsmöglichkeiten sterben viele von ihnen. Das Osnabrücker Hospiz möchte sein ambulantes Angebot nun auch auf Kinder ausweiten.

Die Osnabrücker arbeiten auf diesem Gebiet mit dem Kinderhospiz Löwenherz zusammen. Ziel sei es, die ambulante Kinderhospizarbeit in Niedersachsen zu vernetzen und zu etablieren, sagt Hospiz-Mitarbeiterin Anja Bolke. Die Zusammenarbeit drückt sich aber auch darin aus, dass ehrenamtliche Mitarbeiter aus Osnabrück im Kinderhospiz in Syke bei Bremen auf diese spezielle Aufgabe vorbereitet werden. Im Löwenherz können unheilbar kranke Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern und Geschwistern bis zu vier Wochen im Jahr aufgenommen werden. In dieser Zeit wird die Familie unterstützt und begleitet, damit sie gestärkt wieder nach Hause zurückkehren kann.

Denn zwischen der Diagnose und dem Tod können Jahre liegen. Jahre, in denen die gesamte Familie unter extremen Belastungen lebt. Marita Gloenia, Erika Grzeschik, Marlies Kötter und Peter Stein, die als erste Osnabrücker für die Kinderhospizarbeit ausgebildet wurden, wollen „mehr Lebens- als Sterbebegleitung“ anbieten. Im Blickfeld steht dabei die ganze Familie, nicht allein das sterbende Kind. Ihre Aufmerksamkeit gilt auch den Geschwistern mit denen die ehreamtlichen Mitarbeiter einfach einmal etwas unternehmen können.

Nicht unter Zeitdruck

Zwei der Kinderhospizmitarbeiter sind von Beruf Kinderkrankenschwester. Sie wollen abseits vom Zeitdruck, unter dem sie währen ihrer täglichen Arbeit stehen, den jungen Patienten etwas mehr Lebensqualität bieten. Eine fachliche Ausbildung ist aber keine Voraussetzung, um mitarbeiten zu können, betont Anja Bolke. Erforderlich sei eine Anbindung an den Osnabrücker Hospizverein. Nur wer schon einen Grundkurs für die Hospizarbeit absolviert und Erfahrungen gesammelt habe, dürfe sich für die Arbeit mit Kinder und Jugendlichen qualifizieren.

Weitere Informationen gibt es beim Hospizverein unter Telefon 0541-350550