Weihnachtsaktion hilft Kinderhospiz Löwenherz

Quelle: Westfalen Blatt, 19.11.2008

Zum Glück wissen die meisten von uns nicht, was es heißt, über Jahre ein todkrankes Kind zu pflegen. Damit Mütter und Väter, die sich in dieser Weise aufopfern, irgendwann einmal durchatmen können, gibt es Einrichtungen wie das Kinderhospiz Löwenherz in Syke bei Bremen.
Dieses Haus, an dem die von Bodelschwinghschen Anstalten Bielefeld-Bethel beteiligt sind, betreut Familien mit sterbenden Kindern. Die Weihnachts- Spendenaktion, zu der das WESTFALEN-BLATT traditionell aufruft, unterstützt diesmal die Arbeit dieses Kinderhospizes.

Wenn sich also in den kommenden Wochen beim Kindergartenbasar, beim Schulfest oder bei der Firmenweihnachtsfeier die Frage stellt, wem man diesmal etwas Gutes tun kann – dann denken Sie doch bitte an die Kinder, denen nicht mehr so viel Zeit bleibt.

Ein Abschied ohne Schmerzen

Quelle: Westfalen Blatt, 19.11.2008
Von Christian Althoff

Syke (WB). In der Eingangshalle des Hospizes hängen Schmetterlinge aus bunter Pappe unter der Decke. Jeder trägt das Foto eines Kindes auf seinen Flügeln. Und irgendwann, wenn das Kind diese Erde verlassen hat, wird der Schmetterling an einem gasgefüllten Ballon in den Himmel geschickt. Gertrud Hirsch ist mit Großnichte Kristin (19) ins Hospiz gekommen.

Das Kinderhospiz Löwenherz ist eine von acht Einrichtungen in Deutschland, in denen todkranke Jungen und Mädchen betreut werden. Das überwiegend aus Spenden finanzierte, 1300 Quadratmeter große Hospiz war vor fünf Jahren am Stadtrand von Syke im Landkreis Diepholz eröffnet worden. »Zu uns kommen Eltern mit Kindern, die nur noch eine begrenzte Zeit zu leben haben, um mal wieder Luft zu holen«, sagt Kinderkrankenschwester und Hospizleiterin Gaby Letzing. Mütter und Väter, die sich Tag und Nacht um ihr todkrankes Kind kümmerten, seien irgendwann mir ihren Kräften am Ende. »Wir nehmen die Familien auf, kochen für sie und kümmern uns rund um die Uhr um das Kind. So können die Eltern endlich einmal wieder durchschlafen, tagsüber auch mal etwas ohne ihr Kind unternehmen und frische Kräfte tanken«, erklärt Gaby Letzing.

Damit das auch klappt, liegen die acht Pflegezimmer für die Kinder im Erdgeschoss, während Eltern und Geschwister in der Etage darüber untergebracht sind. Manche Familien bleiben eine Woche im Hospiz Löwenherz, andere länger. »Die Krankenkassen bezahlen bis zu vier Wochen im Jahr«, sagt die Geschäftsführerin, doch decke das nicht annähernd die Kosten. »Wir brauchen pro Jahr etwa eine Million Euro. Die Hälfte bringen wir durch Spenden auf.« Träger des Hospizes, das als gemeinnützige GmbH geführt wird, ist der Verein Löwenherz e.V., die Bodelschwinghschen Anstalten Bielefeld-Bethel sind mit annähernd 25 Prozent beteiligt.

»Die Stimmung hier ist ganz anders, als man sie von einem Hospiz erwarten würde. Alle sind guter Dinge - weil man eben seine Sorgen für ein paar Tage vergessen kann und das Kind gut aufgehoben weiß«, sagt Gertrud Hirsch (75) aus Gronau. Sie ist für eine Woche mit ihrer todkranken Großnichte Kristin (19) nach Syke gekommen, damit sich die Eltern des Mädchens für ein paar Tage an der See erholen können. Denn Kristin ist ein Schwerstpflegefall. Sie leidet seit ihrer Geburt an Trisomie 18 - einer Chromosomenstörung, die mit schwersten Organfehlern einhergeht. »Kristin wird im Hospiz ganz toll versorgt. Eigentlich bin ich hier überflüssig!«, lacht Tante Gertrud, wie sie von anderen Familien und den Mitarbeitern des Hospizes liebevoll genannt wird.

235 Familien aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen sind in den fünf Jahren des Bestehens im Hospiz Löwenherz betreut worden oder sie werden es noch. »75 Kinder sind in dieser Zeit von uns gegangen«, erzählt die Hospizleiterin. Einige starben zu Hause, andere im Hospiz Löwenherz. Dort gibt es ein fliederfarben gestrichenes Zimmer, in dem Eltern und Geschwister in Ruhe Abschied nehmen können - mit Kerzenleuchtern, bunten Fenstern und Bildern.

Damit die todkranken Kinder im Hospiz möglichst wenig leiden müssen, hat sich bislang der örtliche Kinderarzt in seiner Mittagspause um die Schmerztherapie gekümmert. »Diese Zeit hat er nicht mehr«, sagt Gaby Letzing. Das Hospiz beschäftigt deshalb seit einigen Tagen zwei Kinderärztinnen, um rund um die Uhr die Schmerzen der Kinder lindern zu können. »Die Spenden der WESTFALEN-BLATT-Weihnachtsaktion werden uns helfen, diese Ärztinnen zu bezahlen«, sagt Gaby Letzing. »Damit die Kinder irgendwann ohne Schmerzen gehen können.«

Die WESTFALEN-BLATT-Weihnachsaktion unterstützt diesmal das »Kinderhospiz Löwenherz« in Syke. Wenn Sie helfen möchten: Spenden Sie auf das Konto

Löwenherz
Konto 441 736 64
BLZ 480 501 61
Sparkasse Bielefeld
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