Intensives Jahr im Kinderhospiz Löwenherz

Sperrfrist Freitag 16.1.2009, 15.00 Uhr

Pressemitteilung - Syke, 16.01.2009

Viele neue Angebote - 114 Kinder zu Gast – Neujahrsempfang

Syke – Ein intensives und turbulentes Jahr hat das Kinderhospiz Löwenherz erlebt. Es gab viele neue Angebote und einen starken Anstieg der Belegung sowohl bei den Kindern als auch bei den Elternübernachtungen. Das teilte Kinderhospizleiterin Gaby Letzing am Freitag in ihrem Rückblick beim Neujahrsempfang mit, den das Kinderhospiz in diesem Jahr zum dritten Mal veranstaltete. Fanny Lanfermann, Leiterin der ambulanten Kinderhospizarbeit, berichtete über die Entwicklung des ambulanten Kinderhospizdienstes Löwenherz Bremen und Umzu und die ambulante Kinderhospizarbeit Niedersachsen. Einen Vortrag mit dem Titel „Mit jedem Kind wird eine neue Welt geboren“ hielt die Entwicklungspsychologin Waltraut Döring.  

Im vorigen Jahr kamen 114 verschiedene Kinder zu Löwenherz, davon 35 zum ersten Mal. „Wir haben damit im Kinderhospiz eine Kinderbelegung von rund 82,8 Prozent erreicht“, sagte Gaby Letzing. Auch die Eltern- und Geschwister-übernachtungen seien deutlich gestiegen. Letzing: „Zählt man alles zusammen, hatten wir insgesamt 6220 Übernachtungen. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 16,6 Prozent“. Man sei froh, dass es durch den Erweiterungsbau möglich sei, so viele Menschen zu beherbergen. Gerade in der großen Oase – dem Aufenthaltsraum im Löwenherz – sei immer sehr viel los. Um den Kamin herum werde vorgelesen, an den Tischen nehmen die Gäste gemeinsam ihre Mahlzeiten ein. Dort finde das Gemeinschaftsleben und der intensive Austausch der Familien untereinander statt. Für die Kinder und die Eltern sei Löwenherz ein wichtiger Ort geworden, an dem sie Kraft tanken könnten, berichtete Gaby Letzung. Die meisten wünschten sich Entlastung vom Alltag, viele bereiten sich innerlich auf den Tod ihres Kindes vor – jeder auf seine eigene Art und Weise. Dabei würden sie behutsam von den Mitarbeitern begleitet. Im vorigen Jahr seien 17 Löwenherz-Kinder gestorben. Ihre Schmetterlinge flogen in den Himmel, die Steine im Garten erinnern an sie.

Einige Höhepunkte waren Höedie Väterwoche, die Woche mit den Großeltern, die erste Jugendwoche und die Geschwistersommertage. In den Ferienzeiten waren oft so viele Familien gleichzeitig im Haus, dass die Familienzimmer nicht ausreichten und größere Geschwister bei ihren Eltern im Zimmer übernachteten. „Um der steigenden Nachfrage der Belegung nachzukommen, wollen wir eine zweite Abteilung aufbauen. Für die Größeren, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen“, erläuterte die Kinderhospizleiterin.

Seit dem vorigen Jahr gebe es eine Kooperation mit dem Klinikum Links der Weser in Bremen. Zwei Kinderärztinnen kommen abwechselnd ins Kinderhospiz und nehmen sich Zeit, um die Eltern in medizinischen Fragen zu beraten. Dabei gehe es häufig um Fragen der weiteren Behandlungsmöglichkeiten und der Schmerztherapie. Aber auch bei akuten Krisen könnten die Kinderärzte zeitnah Behandlungen anbieten, die das Leiden der Kinder lindern. Für das Team sei es wichtig, bei medizinischen Entscheidungen Ärzte an der Seite zu haben, die die Kinder kennen und auch medizinische Anweisungen geben können.

Die ambulante Kinderhospizarbeit von Löwenherz sei im vorigen Jahr sehr erfolgreich verlaufen, berichtete Fanny Lanfermann. Die Ehrenamtlichen des Bremer Dienstes begleiten zur Zeit 20 Familien mit unheilbar kranken Kindern zuhause. Die Nachfrage sei so groß, dass ab Februar eine zweite Koordinatorin eingestellt werde. Weitere Ehrenamtliche würden zur Zeit ausgebildet. Auch das Interesse der Hospizvereine in Niedersachsen an der Kooperation und Vernetzung mit Löwenherz bei der ambulanten Kinderhospizarbeit sei groß. Bisher wurden 30 Ehrenamtliche aus 23 Hospizvereinen geschult, weitere 16 sind zur Zeit in der Schulung. Auch hier verstärkt eine weitere Koordinatorin ab Februar das Team.

 PM_Loewenherz_Neujahrsempfang_16_1_2009