Zeitreise ins ausklingende 18. Jahrhundert: Tipi bauen, Lasso werfen und Bogen schießen

Quelle: Delmenhorster Kreisblatt 12.07.2009

„Löwenherz im wilden Westen“: 100 Teilnehmer gestalten Mitmach-Aktionen

Stelle (cl). Die einen hatten sich den Termin schon vor Wochen eingetragen, die anderen verbanden einen Besuch bei Freunden mit einem Spaziergang durch den „wilden Westen“ am großen Heerweg. Unter dem Titel „Löwenherz im wilden Westen II“ fanden sich etwa 100 Trapper, Siedler und Indianer auf dem Gelände an der Chestnutfarm zusammen, um Interessierte in die Welt des ausklingenden 18. Jahrhunderts in Amerika einzuführen und daran teilhaben zu lassen. Die Western-Hobbyisten unterstützen das Kinderhospiz Löwenherz in Syke. Außerdem kommen alle Spenden und alle Einnahmen für Getränke und Verzehr der Einrichtung zugute. Während der Veranstalter Cord Preuss am Sonnabend rund 300 Besucher zählte, rechnete er aufgrund des durchwachsenen Wetters am Sonntag nicht mit ganz so vielen Gästen.

Ursprünglich wollte Initiator Preuss eine Veranstaltung für unheilbar kranke Kinder im Hospiz planen. Der Löwenherz-Kalender an der Wand eines Kunde gab ihm den Anstoß zu helfen. „Die Feder in der Mähne des kleinen Löwen erinnerte mich an meine Freunde, die Western-Hobbyisten sind“, erklärt der Initiator des Trapperfests, wie er auf die Idee kam. „Da lag es nahe, dass wir uns zusammen tun“, sagt Preuss.

Nach nur einem halben Jahr Vorlaufzeit stellte Preuss mit seiner Frau und Freunden das erste Western-Camp auf die Beine. Aufgrund des großen Erfolgs stand am selben Tag fest, dass das Fest wiederholt werden würde.

Während bei der Veranstaltung 2008 mehr die Vorführungen der einzelnen Gruppen im Vordergrund standen, wurde in diesem Jahr mehr Gewicht auf Mitmach-Aktionen gelegt. In den insgesamt 35 Zelten, Buden und Ständen wurden Workshops wie ein Tipibau-Projekt und die Teilnahme am Line-Dance angeboten. Zudem konnten sich Besucher in Bogenschießen, Lassowerfen und Trapperlauf üben. Für die Kleinen wurde auch Ponyreiten, Stockbrotbacken am Lagerfeuer und Einblicke in die Welt von damals angeboten. Jette und Kjell Hakim probierten sich beispielsweise im Feuermachen mittels Feuerstein. Während es sich der kleine Jason Mikelones mit seiner Mutter im Tipi-Zelt von Thomas Marschall gemütlich gemacht hatte. Der Indianer Marschall hatte sein Western Hobby einmal als Siedler angefangen, „da bin ich als Home Carpenter zu den Western-Treffen gezogen, aber dann wurde es mir zu langweilig und ich wurde Indianer“, erzählt er freimütig.