Menschen auf letztem Weg begleiten

Quelle: newsclick.de, 05.05.2009

Stefanie Schumann arbeitet als ehrenamtliche Hospizbegleiterin für Erwachsene und für Kinder

Von Christine Pelz

WOLFENBÜTTEL.  Als ihre Mutter vor drei Jahren an Krebs starb, war das für Stefanie Schumann Anlass, sich auch in der Folge stärker mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen. Sie wurde ehrenamtliche Hospizbegleiterin.

Ein Jahr lang ließ sie sich an Wochenenden und abends schulen, wie sie Menschen in ihren letzten Monaten, Wochen und Stunden ambulant zur Seite stehen kann. Zugleich leitete sie einen beruflichen Wechsel in die Wege. Als Bürokauffrau verließ die 42-Jährige die Jugendarbeit zugunsten eines Seniorenheims.

Nachfrage hat zugenommen

Während sie hier eine von vier Hospizbegleiterinnen ist, sind es im Wolfenbütteler Hospizverein inzwischen 13. "Sie haben im ersten Quartal des Jahres 14 Menschen begleitet", sagt Vorstandsmitglied Dagmar Ammon. Die Nachfrage habe zugenommen, seitdem der Verein und seine ambulanten Dienste bekannter geworden seien.

Ab Herbst sollen zusätzlich zu Stefanie Schumann zwei Mitglieder als Hospizbegleiter für Kinder in Zusammenarbeit mit dem Kinderhospiz Löwenherz in Syke ausgebildet werden.

Dies hat Stefanie Schumann bereits hinter sich. Voraussetzung, so sagt die vierfache Mutter, sei immer die Ausbildung für Erwachsene. Einmal in der Woche, formuliert sie ihr Ziel, möchte sie sich um ein Kind, das lebensgefährlich erkrankt sei, kümmern. "Dieser Entschluss ist nicht von heute auf morgen gekommen, sondern gereift." Ein Besuch in Syke habe sie derartig mitgerissen, dass sie unbedingt habe mithelfen wollen. "Ich war zwar unsicher, aber neugierig. Und die Welle ist einfach übergeschnappt."

Chemie muss stimmen

Stefanie Schumann sieht sich übrigens auch als Ansprechpartnerin, für Kinder, deren Elternteil schwerkrank ist. Allerdings müsse die Chemie stimmen. "Das kann man durch ein vorsichtiges Kennenlernen herausfinden und dann schauen, ob das betreffende Kind sich öffnet und Redebedarf hat."

Erfahrungen, so sagt sie, müsse sie da allerdings noch sammeln. Einerseits sei sie in Wartestellung, andererseits natürlich froh, wenn kein Kind ihre Hilfe in Anspruch nehmen müsse. "Ich nehme es, wie es kommt."

In ihren Ausbildungen jedenfalls habe sie unter anderem gelernt, auf Menschen zuzugehen, die gerade einen Angehörigen oder Freund verloren haben. "Vorher schnürte sich in meinem Hals etwas zusammen und ich hatte Angst vor einem platten ‘mein Beileid’. Jetzt habe ich das Gefühl, helfen zu können – und das ist wunderschön."