Ärzte orgeln für den Kinderhospizdienst

Quelle: Osnabrücker Zeitung, 12.11.2009

S. Osnabrück - Ab 29. November orgeln sie wieder, die Ärzte, Familientherapeuten und ihre Freunde. In diesem Jahre drehen sie die Mussenbrock-Orgel zugunsten des ambulanten Kinderhospizdienstes.

Eine Gruppe von inzwischen mehr als 20 ehrenamtlichen Sammlern setzt damit die Tradition von Aloys Mussenbrock fort. Seit 1981 hatte der Mann aus Georgsmarienhütte mit seiner Orgel für gemeinnützige Zwecke gesammelt. Nach seinem Tod 2004 drehten in der Vorweihnachtszeit zunächst eine Handvoll Kinderärzte die Orgel, die Mussenbrock der Heilpädagogischen Hilfe vermacht hatte.

Der alte Leierkasten wurde inzwischen auf Kosten der Orgelfreunde generalüberholt und das Repertoire auf 300 Lieder aufgestockt. Dafür verzichten die neuen Orgelspieler auf Gesang. Im vergangenen Jahr kamen 12000 Euro für den Förderverein Mukoviszidose-Zentrum Osnabrück zusammen.

In diesem Jahr sammeln die Orgelfreunde für den ambulanten Kinderhospizdienst, kündigten Peter Ehlers und Dr. Andreas Wenner an. Sie vertreten eine kleine Gruppe von Pensionären, die ab 29. November auch wochentags am Nikolaiort sammeln werden. Ihr Ziel ist es, Zeiten abzudecken, an denen die Berufstätigen nicht auf die Straße können. Bei den Kinderärzten sei derzeit nicht einmal der Mittwochnachmittag frei wegen Impfaktionen gegen die Schweinegrippe.

Im April war in Osnabrück der erste ambulante Kinderhospizdienst gegründet worden. Bei der Begleitung sterbenskranker Kinder in der Region arbeiten der Osnabrücker Hospizverein und das stationäre Kinderhospiz Löwenherz in Syke zusammen. Die Osnabrücker betreuen die Kinder und ihre Familien zu Hause, in Syke sind Aufenthalte von bis zu vier Wochen möglich, um der Familie während der oft Jahre dauernden Krankheit Entlastung zu bieten.

Nach Auskunft von Kinderhospiz-Koordinatorin Tanja Wille sind inzwischen fünf Osnabrücker für die Kinderbegleitung ausgebildet, weitere vier werden derzeit für diese Aufgabe geschult. Die Begleitung, die von der Diagnose bis über den Tod hinaus möglich ist, übernehmen jeweils zwei Ehrenamtliche. Für die Arbeit sei der Verein auf Spenden angewiesen, sagte Wille.