Immer wieder Szenenapplaus für die Niederdeutsche Bühne

Quelle: Rotenburger-Rundschau, 11.02.2009

Sittensen.  (age). Sonntag, 14.30 Uhr: Aus der Aula des Ludwig-Otto-Ehlers-Hauses ist ein Theatersaal geworden. Die ersten Zuschauer sind bereits da und bedienen sich am Kuchenbuffet. Links vor der Bühne überprüft Wilfried Fricke noch einmal die Technik. Er ist unter anderem für die Hintergrundgeräusche zuständig. Im richtigen Moment muss er einen Schuss auslösen und die Geräusche einer Demonstration in den Theatersaal zaubern.

Hinter den Kulissen herrscht Hektik: Vor Doris Peppler-Meyer stehen auf einem Tisch kleine Töpfchen. Sie ist gerade dabei, Regina Drösemeyer zu schminken. Aus ihr wird eine Großmutter mit grauem Haar. Der erfahrenen Laienschauspielerin ist die Rolle der listigen Oma wie auf den Leib geschnitten.

Ein kleines Stück entfernt sitzt Heike Meyer. Sie spielt seit 15 Jahre in der Theatergruppe. Diesmal ist sie eine Gemeindesekretärin. Das Lampenfieber ist ihr anzumerken. Die Hände zittern und mit dem Bein wird nervös gewippt. "Nach den ersten drei Sätzen gibt sich das. Das gehört dazu“, sagt sie. Zustimmend nickt Petra Steffens. Sie spielt die Frau des Bürgermeisters.Während Regisseur Gerhard Brunkhorst hin und her läuft und immer wieder in den Zuschauerraum linst, sitzt Hendrik Ehlen auf einer kleinen Treppe und ist in sein Textbuch vertieft. Weil ein Schauspieler krank wurde, musste er kurzfristig einspringen. "Die Rolle ist nicht sehr groß. Das klappt schon“, meint er zuversichtlich. 20 Jahre Theatererfahrung werden ihm sicher helfen.

Dass einige Spieler noch fehlen, scheint keinen aufzuregen. "Das kennen wir schon. Sie kommen spät aber rechtzeitig“, beruhigt Petra Steffens, die mit ihren Witzen die Truppe immer wieder zum Lachen bringt. Mehr Sorgen macht man sich darum, dass ausgerechnet Souffleuse Heike Nack voraussichtlich später eintrifft. "Wenn der Text sitzt, braucht man sie eigentlich nicht. Aber ohne sie geht‘s auch nicht. Sie gibt uns ein Gefühl der Sicherheit“, erklärt Regina Drösemeyer. Mittlerweile ist es 16 Uhr und der Saal ist ausverkauft. Die Theaterglocke ertönt zum zweiten, dann zum dritten Mal.

Einen Augenblick später öffnet sich der Vorhang. Hinter der Bühne können die Spieler das Stück auf einem Monitor verfolgen und auf ihr Stichwort warten. Das kommt jetzt für Heike Meyer: Noch einmal tief durchatmen und los geht‘s. Nach kurzer Zeit hat sich bei allen Schauspielern das Lampenfieber gelegt. Ein kleines Handicap hat Carsten Köhn. Er ist erkältet, spielt aber die Rolle des Journalisten überzeugend.

"Wir haben mal wieder einmal ein tolles Publikum. Das geht richtig mit“, freut sich Regina Drösemeyer in einer kleinen Spielpause und Dirk Detjen fragt sich scherzhaft, ob das wohl an dem Bombenstück oder an der Eierlikörtorte liegt. Der erste Akt ist zu Ende. "Ihr seit Spitze. Ihr habt die Lachmuskeln der Zuschauer ordentlich strapaziert“, lobt Gerhard Brunkhorst seine Truppe. Auch die Zuschauer sind dieser Meinung. Sie belohnen das Ensemble für die gelungene Aufführung mit Szenenapplaus und ausgiebigem Beifall am Ende der Vorstellung.

Weitere Aufführungen der niederdeutschen Komödie "Politik un Führerschien“ finden Sonntag, 8., 15. und 22. Februar, jeweils ab 16 Uhr statt; ab 15 Uhr gibt es Kaffee, Tee und Kuchen. Abendtermine gibt es am Mittwoch, 11. und 18. Februar sowie Freitag, 20. Februar, jeweils ab 20 Uhr. Der Erlös aus dem Kaffee- und Kuchenverkauf geht an das Kinderhospiz Löwenherz.